Das "Handelsblatt" hatte am Wochenende berichtet, die von den Regierungen in Berlin und Paris eingesetzten Mediatoren hätten bei einem "letzten Vermittlungsversuch" keine Einigung erzielt. Aus Regierungskreisen in Berlin hatte es darauf geheißen, die von den Regierungen eingesetzten Mediatoren zur Vermittlung zwischen den Industriepartnern hätten ihre Berichte vorlegt. In den nächsten Tagen werde die Bundesregierung mit Frankreich darüber beraten.
Das Vorhaben sei "von hoher strategischer Bedeutung", sagte Meyer am Montag. Die Bundesregierung werde deshalb "intensiv und vertrauensvoll mit unseren französischen Partnern darüber sprechen".
Zu dem gemeinsamen Luftkampfsystem FCAS sollten bisherigen Planungen zufolge neben einem gemeinsamen Kampfjet auch Drohnen und neue Kommunikationssysteme gehören. Es sollte ab den 2040er Jahren einsatzfähig sein. Ein Führungsstreit zwischen den beteiligten Konzernen Dassault und Airbus verzögert das Projekt seit Monaten.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte das 100-Milliarden-Euro-Projekt, an dem auch Spanien beteiligt ist, im Februar erstmals offen in Frage gestellt. Dabei verwies er auf die unterschiedlichen Anforderungen an einen Kampfjet der neuen Generation. Zuletzt mehrten sich in Deutschland und Frankreich die Stimmen, die die Entwicklung zweier verschiedener Kampfjets fordern und die Zusammenarbeit auf Drohnen und weitere Komponenten beschränken wollen.