Das türkische Außenministerium bestellte wegen des Vorfalls den iranischen Botschafter ein. Seinen Angaben zufolge hatte sich die ballistische Rakete aus dem Iran dem türkischen Luftraum genähert, nachdem sie den Irak und Syrien überflogen habe. Es habe "weder Opfer noch Verletzte" gegeben. Laut dem Ministerium fiel im Bezirk Dörtyol in der südlichen Provinz Hatay ein Trümmerteil eines Abwehrgeschosses herab.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärte in einer abendlichen Ansprache, sein Land treffe in Absprache mit den Nato-Verbündeten "alle notwendigen Vorkehrungen". Er rief den Iran auf, "ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern".
Auch die Nato verurteilte den Vorfall. Die Abschreckungs- und Verteidigungsbereitschaft der Allianz bleibe auch in Bezug auf die Luft- und Raketenabwehr "stark", erklärte das Verteidigungsbündnis. In dem Nato-Land Türkei befindet sich unter anderem der US-Luftwaffenstützpunkt Incirlik.
Ankara warnte die Führung der Islamischen Republik vor einer Ausweitung des Kriegs. Das türkische Präsidialamt erklärte im Onlinedienst X, "jede feindselige Handlung" werde im Rahmen des Völkerrechts "angemessen beantwortet" werden. Die Türkei teilt mit dem Iran eine rund 500 Kilometer lange Grenze.
Die USA und Israel hatten am Samstag massive Luftangriffe auf den Iran begonnen. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Als Reaktion greift der Iran seit Samstag Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Golfregion an. Der türkische Außenminister Hakan Fidan bezeichnete die Vergeltungsangriffe des Iran am Dienstag als Fehler.