Das Landgericht hatte die zur Tatzeit 27-Jährige im Juni 2024 zu einer Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren wegen Totschlags verurteilt. Nach Überzeugung der Kammer hatte die Frau aus Lauffen am Neckar ihre Schwangerschaft bis zuletzt verdrängt.
Weder ihr Lebensgefährte noch ihre Mutter und ihr Bruder, mit denen sie zusammen in einer Wohnung lebte, hatten sie bemerkt. Im September 2023 brachte sie das Kind allein und unvorbereitet zu Hause zur Welt.
Nach der Geburt, bei der sie erhebliche Verletzungen erlitt und viel Blut verlor, wurde die Frau laut Landgericht panisch. Um das Kind zu verheimlichen, warf sie es in einem spontanen Entschluss aus dem Fenster, so dass es in die Tiefe stürzte und starb.
Die Staatsanwaltschaft und die Nebenklage forderten in dem Prozess 2024 eine Verurteilung wegen Mordes und lebenslange Haft, was sie auch mit der Revision weiter anstrebten. Weder Landgericht noch Bundesgerichtshof sahen jedoch das Mordmerkmal der niedrigen Beweggründe erfüllt.