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Familienleben: Müde in Vollzeit

Um der Karriere willen sollten Frauen möglichst nicht zu lange im Beruf aussetzen, heißt es. Hilft diese Diskussion den Frauen?

Vor Kurzem erklärte die Arbeitswissenschaftlerin Christina Boll, warum so wenige Frauen in Führungspositionen sind. Es habe natürlich ein bisschen mit den fehlenden Betreuungsplätzen zu tun, aber vor allem liege es an den Müttern! Diese blieben nämlich nicht nur zu lange in der Babypause, sie arbeiteten dann auch zu lange in Teilzeit und ließen es auf diese Art und Weise zu, dass die Männer ihren Vorsprung zementierten. Mit einer Dreißig-Stunden-Woche könne man einfach keine Karriere machen.

Frau Boll, immerhin Forschungsdirektorin am Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut, ist mit ihren Ideen nicht alleine. Der ehemalige Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt forderte gar eine Verkürzung der gesetzlichen Elternmonate, um Frauen nach der Geburt schneller wieder in den Job zu bringen. Herr Hundt spricht für die Arbeitgeber, nicht für die Frauen. Aber klar: Wenn eine Frau Karriere machen will und sich eine gute Rente sichern, dann sollte sie nicht zu lange aussetzen und zu zögerlich zurückkehren.

Eine Frau, die ihren Beruf mag und sich halbwegs unabhängig fühlen will, wird ohnehin immer arbeiten wollen. Nur frage ich mich: Was ist das eigentlich für eine Gesellschaft, die sich zwar mehr Kinder wünscht – aber so dermaßen wenig übrig hat für Menschen, denen es nicht ausreicht, nur den Morgen, den Feierabend und das Wochenende mit diesen Kindern zu verbringen. In einer Gesellschaft, in der es Kinder gibt, muss es zwingend auch Erwachsene geben, die mit diesen Kindern Zeit verbringen. Warum sollten das nicht auch die Eltern sein?

Kleine Kinder und moderne Arbeitswelt vertragen sich ehrlich gesagt nur mittelmäßig, das weiß jeder, der beides kennt. Das hat weniger mit dem oft beschworenen Trennungsschmerz der Mütter zu tun, die „ihr Kind einfach nicht abgeben können“. Sondern damit, dass mit der Babypause eben nicht automatisch die Babyzeit endet. Kleine Kinder schlafen selten durch und sind gerne mal krank. Das führt dazu, dass ihre Eltern oft müde oder krank sind und dann müde und krank arbeiten gehen oder sich ständig freinehmen müssen. Ein schönes Leben ist was anderes.

Kleine Kinder bedeuten, wenn sie gut gelaunt und ausgeschlafen sind, unglaublich viel Spaß – aber eben auch immer noch viel Arbeit. Wer sofort Lust auf noch sehr viel mehr Arbeit hat, soll nur kurz aussetzen. Manche Menschen wollen das so, andere können es sich gar nicht aussuchen. Aus Karrieresicht ist es sicherlich nicht das Beste, länger wenig oder gar nicht zu arbeiten – aber man kann nicht unbedingt behaupten, dass es aus irgendeinem anderen Blickwinkel falsch sei.

Es ist auch nicht besonders emanzipatorisch oder frauenfreundlich zu behaupten, Frauen müssten sich selbst den Gefallen tun, möglichst schnell wieder voll einzusteigen. Denn dieser Gefallen hat nun mal Erschöpfung zur Folge. Und er kommt vor allem den Männern dieser Frauen zugute. In Deutschland ist es noch immer so, dass Frauen den Hauptanteil der Familien- und Hausarbeit erledigen, auch wenn sie selbst Geld verdienen. Von einer berufstätigen Frau profitieren Männer also gleich doppelt: Sie haben weniger finanzielle Verantwortung und immer noch jemanden zu Hause, der den Laden schmeißt.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.