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Sachsen: Lernen mit Schulhund: Luna ist erst zweieinhalb und geht schon in die dritte Klasse

Statt eines zweiten Lehrers oder eines Erziehers hat eine Grundschullehrerin aus Sachsen einen Sparringspartner auf vier Pfoten: Zweimal pro Woche bringt sie die zum Schulhund ausgebildete Luna mit zur Schule. Zur großen Freude der Kinder.

Ein brauner Labrador in einem Klassenzimmer

Schulhund Luna drückt an zwei Tagen pro Woche die Schulbank. Die Drittklässler lieben es, mit ihr zu arbeiten.

Die Kinder der Grundschule Neukirchen-Wyhra haben es gut, jedenfalls die Schüler der dritten Klasse. Ihre Klassenlehrerin Miriam Friedrich, 27, hat ihren braunen Labrador zum Schulhund ausbilden lassen und nun darf die Hundedame zweimal pro Woche am Unterricht teilnehmen, wie die "Leipziger Volkszeitung" berichtet. Und Luna liegt nicht einfach nur in einer Ecke, sie ist ein aktives Mitglied des Unterrichts, stellt Aufgaben, verfolgt das Geschehen und – das ist wohl der schönste Effekt – bringt Ruhe in die Klasse. Die Schüler haben gelernt, dass ein Hund viermal so gut hört wie ein Mensch und nehmen deshalb Rücksicht auf das Tier. Wo andernorts die Stimmbänder der Lehrer leiden, reicht in dem sächsischen Klassenzimmer ein Vierbeiner.

Miriam Friedrich hat Luna bekommen, als sie neun Wochen alt war. Eigentlich hatte sie gar nicht geplant, dass die Hündin arbeiten soll, hat dann aber zufällig bei Facebook über einen Schulhund und sein Frauchen gelesen. Begeistert von den Erfahrungen mit einem Tier im Klassenzimmer, hat Friedrich sich erkundigt, welche Kriterien dafür erfüllt sein müssen. Neben einer Ausbildung des Tieres darf zum Beispiel auch kein Kind in der Klasse eine Hundeallergie haben.

Wissensvermittlung auf vier Pfoten

"Wenn Luna da ist, habe ich hier ganz viele strahlende Kinderaugen", erzählt das Frauchen in einem Video bei "lvz.de". Mit vorbereiteten Aufgaben lässt die Hündin sich von den Drittklässlern zum Apportieren schicken, holt zum Beispiel eine Frage und bringt sie zum Vorlesen zurück. Dafür gibt's ein Leckerli. Dabei erfüllt Luna noch einen therapeutischen Zweck, etwa lockt sie schüchterne oder ruhigere aus der Reserve. "Wenn es Aufgaben von Luna sind, melden sich auch Kinder zum Vorlesen, denen es wirklich schwerfällt, vor der Klasse so laut zu sprechen", erzählt die Lehrerin. Oder wenn ein Kind aufgeregt ist, weil es einen Vortrag halten soll, spürt Luna das und legt sich daneben.

Da sich mittlerweile fast alle Kinder in der Klasse einen eigenen Hund wünschen, bringt Friedrich ihren Zöglingen auch bei, wie viel Verantwortung das Halten eines Hundes bedeutet. Auch die anderen Klassen der Grundschule profitieren von Luna: Für sie gibt es ein Ganztagesangebot, in dem die Kinder lernen, was sie für einen Hundeführerschein wissen müssen.

Neben dem ruhigeren Verhalten in Lunas Anwesenheit haben die Kinder im vergangenen Schuljahr auch gelernt, genauer zu sprechen und eindeutige Kommandos zu geben. Sie wissen inzwischen, dass auch ihre Körpersprache für Luna wichtig ist. Eine Lektion, die im späteren Leben – nicht nur bei Hunden – von großer Bedeutung ist.