HOME

Umstrittene Weihnachtsaktion: Zweitklässler singen ein Loblied auf Rewe während der Schulzeit - Eltern erzürnt

Eine Marketingaktion sorgt für Aufregung: Grundschüler aus Hannover haben für die "Große Weihnachtswette" ein Loblied auf die Supermarktkette Rewe gesungen - während ihrer Schulzeit und gegen Geld. 

"Mit Rewe können wir uns freu'n": Zweitklässler singen PR-Weihnachtsloblied - Eltern erzürnt

Die Supermarktkette Rewe hat mithilfe von Zweitklässlern für Weihnachtsstimmung sorgen wollen - und dafür Kritik geerntet

Wer den Aufruf zu der umstrittenen Marketingaktion liest, fühlt sich beinahe an die Außenwette des Show-Klassikers "Wetten, dass..?" erinnert: "Der Rewe Markt Hannover/Linden-Mitte wettet mit der Grundschule in der Steinbreite, dass es diese nicht schafft, am Mittwoch, 13.12.2017 um 12 Ihr, 50 kostümierte Weihnachtsmänner in den Rewe Markt zu schicken, die dann gemeinsam das Lied 'Heute, Leute, wird's was geben, mit Rewe könn' wir uns freu'n...' singen."

Die 70 Zweitklässler und Lehrer der Grundschule haben es geschafft, wie "Spiegel Online" berichtet. Und das ist Teil des Problems. Denn der Preis für ihren Wetterfolg ist für viele Eltern und die Schulbehörde zu hoch gewesen.

Ein Weihnachtsloblied auf Rewe

Die Schule erhielt von der Supermarktkette, weil diese die Wette verloren hat, zwar eine Siegprämie in Höhe von 500 Euro für einen wohltätigen Zweck. (Das Geld soll in ein Schulprojekt zur Gewaltprävention fließen, schreibt "Spiegel Online".) Doch gesungen wurde ein ganz besonderes Weihnachtslied (den kompletten Liedtext finden Sie hier):

"Heute Leute, wird's was geben.
Mit REWE können wir uns freu'n.
Ein großer Schreck ist zu vergeben

Für'n guten Zweck, kommt alle rein!
Schöne Wette, schöner Tag.
Heisa, heut'im REWE Markt."

Dabei stößt nicht nur das Weihnachtsloblied auf, sondern auch die Umstände: Laut " " haben die Zweitklässler den Text im regulären Unterricht einstudiert. Eine anonymisierter Elternteil wird mit den Worten zitiert: "Wäre es ein ganz normales Weihnachtslied, gewesen, hätte ich wahrscheinlich gesagt: Ich finde die Aktion nicht super, aber okay. Dieser Liedtext macht mich allerdings fassungslos. Den Unterricht von Zweitklässlern mit solchen Inhalten zu füllen, empfinde ich als Gehirnwäsche und halte ich nicht für tragbar."

Landesschulbehörde nicht amüsiert

Auch die Niedersächsische Landesschulbehörde war über die Marketingaktion nicht amüsiert. "Die Proben und der Auftritt im Rewe-Markt hätten nicht während der Unterrichtszeit stattfinden dürfen.", zitiert das Nachrichtenportal. "Aktionen des Fördervereins müssen nachmittags, außerhalb der Schulzeit durchgeführt werden und vor allem freiwillig sein - sie dürfen für Eltern und Kinder nicht wie eine schulische Aktivität wirken." Denn: An Schulen herrscht ein Werbeverbot, die Landesschulbehörde muss im Zweifel eingebunden werden - das gelte allerdings nicht für Aktivitäten von Schulfördervereinen, wie diese.

Laut finden die Wetten - etwa mit Schulklassen und Kita-Gruppen - seit "mindestens zehn Jahren" bundesweit statt, so der Konzern zu "Spiegel Online". Der "lokal integrierte Marktverantwortliche würde damit gesellschaftliches Engagement mit einem Gaudi verbinden", so der Konzern weiter. Beschwerden habe es bisher keine gegeben. 

Offenbar bis jetzt.

fs