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wokk

Feuer in Griechenland.

Warum muss es immer eine Woche oder mehr dauern, bis die europäische Staatengemeinschaft die sommerlichen Großfeuer wie hier in Griechenland ernst nimmt.
Das entsprechende Material kann innerhalb eines Tages zusammengekramt werden. Am darauf folgendem Tag könnte dann Hilfe vor Ort sein.
Frage Nummer 3000265606

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Antworten (13)
rayer
Das schaffst Du kaum im privaten Rahmen, wenn Du technische Hilfe organisieren möchtest. Da geht es dann um wenige Kilometer und deutlich kleinere Transportmöglichkeiten.
bh_roth
Weil es eben dauert, die Hilfe sinnvoll zu organisieren. Was glaubst du, was das für ein (formeller) und diplomatischer Aufwand ist, ein Feuerwehr-Rüstfahrzeug von Deutschland aus in Marsch zu setzen in Richtung Griechenland (Beispiel) Nun ist Griechenland in der EU, aber in die Türkei kommen noch Grenzformalitäten dazu, ganz abgesehen von dem Stress der Mechanik der LKWs, die nicht dafür gebaut wurden, in 3 Tagen Tausende von Kilometern zu überbrücken.
Nächstes Problem ist die Organisation im Aufnahmeland. Man kann da nicht einfach hinfahren und anfangen zu löschen
wokk
Das ist natürlich klar. Dazu muss eine Organisation geschaffen werden, eine Art Einsatztruppe, die im Ernstfall per Flugzeug schnell vor Ort sein kann.
Wir haben die EU geschaffen.
Wir haben den Euro.
Wir haben angepasste Sozialgesetze.
Die Rechtsprechung wurde europäisiert.
Bei Erdbeben sind die entsprechenden Hilfskräfte am nächsten Tag vor Ort.
Da Feuer eine Katastrophe wie alle anderen Katastrophen ist, warum werden in diesem Fall keine entsprechenden Vorsorgen getroffen?
rayer
Bei Erdbeben musst du Menschen und Hunde transportieren, die schweren Maschinen sind meist vor Ort. Ein Löschzug, Löschflugzeug, Löschmittel, Menschen und Transport sind dann doch einen andere Nummer. Es dauert ja schon Tage, wenn das THW nur Wasseraufbereitungsanlagen in Katastrophengebiete fliegen will.
rayer
Nicht zu unterschätzen ist auch die Anzahl der aktuellen Brände in Europa. Es brennt ja gerade auch an über 30 Orten in Deutschland der Wald.
Die NASA stellt die aktuellen Bilder ins Netz.
wokk
Das ist doch der Knackpunkt. Warum muss so etwas Tage dauern? Kann es nicht schneller gehen? Eine europäische Feuerwehr nahe den üblichen Feuerstellen positioniert, kann im Ernstfall wesentlich schneller vor Ort sein. Im Augenblick sind 60.000 Hektar in Griechenland verbrannt. Wälder, Siedlungen usw und jetzt, mehr als zehn Tage später beginnt man, Hilfe zu organisieren!
ingSND
Was sind denn die "üblichen Feuerstellen" - aktuell ist es Griechenland, davor war es Südfrankreich, Korsika, Sizilien, davor wieder Griechenland, Zypern, Südspanien. Die ganze Mittelmeerküste brennt, mal hier, mal da. Nicht zu vergessen der Moorbrand bei Meppen 2018. Wo sollen die Kräfte also hin?
Russland brennt, der halbe Amazonas wird abgefackelt, in Kanada ist die Hälfte der Rapsernte verbrannt.
Die einzigen, die bald fein raus sind, sind die Kalifornier - in knapp zehn Jahren ist die Zeit der Waldbrände da endgültig vorbei - es gibt dann keine Wälder mehr.
wokk
Wie du sehr sicher festgestellt hast, sind die "üblichen" Feuerstellen im südlichen Teil Europas. Wenn eine Brigade in Sizilien und eine weitere Brigade in Spanien stationiert wird, ist es möglich, entstehende Feuerherde zielgerichtet und schnell zu bekämpfen. Das benötigt allerdings finanzielle Mittel, die von europäischen Stellen zur Verfügung gestellt werden müssten. Dies scheint mir billiger als jedes Jahr tausende von Hektar Land zu verbrennen, bevor regionale Hilfen zur Vefügung stehen!
rayer
Allein in Griechenland sollen bei 64 Bränden rund 60 000 ha abgebrannt sein. Das sind 600km/2 und die liegen vermutlich nicht zusammenhängend. Da brauchst du allein für Griechenland schon mehrere Brigaden. Ich denke, das ist ein frommer Wunsch.
wokk
Da hast du wahrscheinlich recht. Ideen entstehen allerdings oftmals aus frommen Wünschen.
ingSND
Gerade heute in unserer Lokalzeitung: eine der vom europäischen Katastrophenschutz initierten Löschbrigaden für Vegetationsbrände, bestehend aus vier geländegängigen Löschfahrzeugen, einem Fuehrungs- und einem Versorgungsfahrzeug sowie speziell ausgebildetes Personal macht sich auf den Weg nach GR. Die umfangreichen logistischen Planungen haben unmittelbar nach der Bitte um Hilfe eingesetzt. Mit allem druherum machen sich sechzig Leute und zwanzig Fahrzeuge auf den Weg.
Es gibt also solche Brigaden, sie sind dezentral verteilt, speziell ausgerüstet und ausgebildet und es gibt sie noch nicht lange, für unsere ist es der erste Einsatz. Sie gehen davon aus, Do in Athen zu sein.
Also nein, das Material ist weder an einem Tag zusammengekramt noch an einem weiteren Tag vor Ort. Aber ja, man hat die Notwendigkeit erkannt und tut etwas.
Musca
Wir haben immer mehr "Großereignisse". Extreme Trockenheit (Waldbrandgefahr), extreme Niederschläge (Überschwemmung) , evt auch Starkwinde.
Natürlich kann man darauf hoffen, schnelle Hilfe zu bekommen, hat aber bisher nie so richtig funktioniert. Egal in welchem Staat.
Die Natur reagiert auf unseren menschlichen Irrsinn, und sie wird die stärkere sein.
Soviel erforderliche Hilfskräfte wird es nie geben.