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Noch Fragen?

Frage Nummer 3000127500 StechusKaktus

Ist der Berliner Mietendeckel zu Ende gedacht?

Die Berliner Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, in dem die Mieten für Wohnungen vor Baujahr 2013 eine Höchstmiete von 8 Euro/Qm (ich glaube, sie meint die Kaltmiete), unabhängig von Wohnlage und Ausstattung, gedeckelt werden.
Sie bringt ihren Hass auf alle, die eine Wohnung besitzen, gut zum Ausdruck, finde ich.

Aber reicht das?
Ich finde, der Mietendeckel sollte mit einem Brotdeckel (höchstens 1 Euro für ein Vollkornbrot) und der Pflicht flankiert werden, dass BMW den 5er für maximal 30 Euro/Monat vermieten muss.

Abgesehen davon ist es wohl selbstverständlich, dass die Vermieter die Wohnungen alle 5 Jahre neu renovieren müssen, weil, wo kämen wir sonst hin?
Antworten (10)
Skorti
Ich wunderte mich schon, wo bei deinen letzten die Polemik gelassen hast. Die klangen ja fast, als hättest du keinen Schaum vor dem Mund.

Aber hier haust du mal wieder richtig auf die Kacke.

"Sie bringt ihren Hass auf alle ..." So, so, man könnte auch sagen, sie macht sich sorgen um die Altmieter, die durch Luxussanierungen aus den angestammten Wohnvierteln vertrieben werden.

Von Hass auf Eigentümer einer Wohnung sehe ich hier nichts, aber ich hab auch keine gelbe Brille auf.
Zu verhindern, dass mittels Sanierungen die Mieten in die Höhe getrieben werden, um den Gewinn zu maximieren und die Armen, verkommenen Existenzen aus dem Bereich zu drängen, wo doch auch Leute mittags Prosecco trinkend in Bistros sitzen könnten ...

Doch könnte zu den Aufgaben eine(r)(s) Senantor(s)(in) für Stadtentwicklung gehören.
ing793
Nun, die Vermieter in Berlin nagen meines Wissens überwiegend nicht am Hungertuch.
Und dass, obwohl sie aktuell mit einer Durchschnittsmiete von 6,72€ leben.
Ja, das muss wirklicher Hass sein, wenn man da den Deckel bei 8,00€ einzieht ...

Man mag über Zulässigkeit oder Sinnhaftigkeit unterschiedlicher Meinungs sein und streiten.
Aber klar ist: ohne Gegenmaßnahme wird ein Stadtviertel nach dem anderen gentrifiziert. Und wenn ich alles dem Markt überlasse, dann brauche ich keinen Stadtplaner, dann darf ich mch aber auch nicht wundern, wenn ich am Ende keinen Polizisten und keine Verkäuferin im Luxusbistro mehr bekomme, weil sich das gemeine Volk die Mieten in der Stadt nicht mehr leisten kann.
Zebresel
ing793,
… Und dass sollte ich mir mal erlauben. Und dass »… unterschiedlicher Meinungs …, und dass »… darf ich mch …«.
Und was hat ein Polizist im Luxusbistro zu suchen?

Wieder mal Übersetzungsfehler?
StechusKaktus
Ich hatte den Mietendeckel so verstanden, dass dieser keine Aufforderung darstellt, alle Bestandsmieten auf 8 Euro zu erhöhen.
Es gilt zu differenzieren:
Wer ein Haus mit 20 Wohnungen geerbt hat, der kann mit 5 Euro/QM auch noch zufrieden sein. Und viele Vermieter handhaben das durchaus so und erhöhen gar nicht die Miete. Daher ja auch die niedrigen Durchschnittsmieten.

Es gibt aber auch diejenigen, die lange ansparen, ihr Eigenkapital zusammenkratzen, einen Kredit aufnehmen und vielleicht erst vor kurzem teuer gekauft haben. Für die können 8 Euro eine Enteignung darstellen. Was aber natürlich nichts macht, wenn man ohnehin der Auffassung ist, dass es unredlich ist, sich eine Immobilie als Altersvorsorge zuzulegen.

Das Urteil über den Mietendeckel hängt davon ab, welches Bild man von einem Vermieter hat.
rayer
Wenn ich Mieter wäre, würde ich auch jeden Mietpreis als zu hoch ansehen. Mir ist einfach nicht klar, wie man in der Hauptstadt Landes auf die Idee kommt, man könne für 8 Euro den Quadratmeter wohnen. Wer fragt nach den Mietern in München, Hamburg, Stuttgart oder Frankfurt?
Der Markt regelt den Preis. Wenn der Ostberliner sich noch an Mietpreise von 60 - 80 Mark im Monat erinnert, ist das seiner Nostalgie geschuldet, der Markt verlangt nach mehr. Es wird Zeit, dass auch der letzte Ossi begreift, die Reisefreiheit, Demokratie und Rechtssicherheit einer Bundesrepublik hat seinen Preis. Die Dreckslöcher von Plattenbau in dem damaligen Zustand, wie auch der miserablen unsicheren Energieversorgung, den zugigen Doppelfenstern und ohne Lift in den x-ten Stock, gäbe es vermutlich heute noch für einen 100er im Monat plus Nebenkosten.
rayer
Mir ist einfach nicht klar, wie man in der Hauptstadt "des" Landes auf die Idee kommt, man könne für 8 Euro den Quadratmeter wohnen.
Musca
Bloß nicht Stechus, keine Deckelung. Hemmungslose Immobilien-Spekulation, irrwitzige Mietsteigerungen,Verödung von Kiezbereichen, wen juckts ?
Gleichzeitig ein bischen mehr Verkehr, die Alteingesessenen sind jetzt Pendler.
In die Innenstädte dürfen sie aber nicht mehr, mangels Plakette, bzw Beschiss der Autoindustrie.
Denk nach Stechus,
Tom Bombadil
Kann halt dann sein, dass die Wohnungsbesitzer dann lieber selber das ganze Haus bewohnen, bzw. nicht mehr vermieten sondern nur noch Eigentumswohnungen verkaufen, weil es da keine Deckelung gibt. Das können sich dann viele nicht mehr leisten und die Wohnungsnot kann noch grösser werden. Auch Neubauten werden sich private Immobiliengesellschaften in Berlin dann 2x überlegen. Neubauten sind zwar momentan noch ausgenommen, kann sich aber jederzeit ändern.
StechusKaktus
Was denkst du, wie sich der Brotdeckel auswirken würde?

Einerseits würde ungesunder Schrott produziert, bei dem auch bei einem Euro Verkaufspreis der Profit noch stimmte. Andererseits würde gutes Brot ab dem Zeitpunkt "unter der Theke" gehandelt werden (in der DDR nannte man das Bückware). Für 5 Euro.

Falls dann die Regierung Mindeststandards einführte, die die Brotqualität so weit anhöben, dass dieses für 1 Euro nicht mehr kostendeckend verkauft werden könnte, machte die Bäckerei eben zu und es gäbe gar kein Brot mehr.

Und genauso würde sich der Mietwohnungsmarkt entwickeln. Denk nach, Musca!

(und wer Spass daran hat, darf jetzt den Konjunktiv verbessern :-))
wokk
Wird schon noch kommen - morgen früh!