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Noch Fragen?

Frage Nummer 3000113924 StechusKaktus

Ist eine Anpassung von Erbpachtzinsen nach 50 Jahren moralisch vertretbar?

In den 70er Jahren wurden Programme von Kommunen aufgelegt, die jungen Familien helfen sollten, Wohneigentum günstig zu erwerben.
Eines dieser Programme sah vor, kommunale Grundstücke für einen niedrigen Erbpachtzins auf 49 oder 99 Jahre an Häuslebauer zu geben, die dann allein die Errichtungskosten des Hauses hatten, denn der Erbpachtzins war häufig extrem niedrig.

Jetzt laufen die ersten Erbpachtverträge aus und die Bewohner (häufig jetzt ältere Ehepaare oder Einzelpersonen, weil die Kinder aus dem Haus sind) wundern sich, dass dier Erbpachtzins steigt (z.B. hier:https://www.bild.de/regional/hamburg/hamburg-aktuell/kosten-schock-fuer-hamburger-hausbesitzer-erbpacht-um-1000-rauf-59810918.bild.html)
Zurecht?
Antworten (14)
StechusKaktus
Nachtrag: In den Erbpachtverträgen, die ich kenne, steht, dass der Erbpachtgeber vom Erbpachtnehmer nach Ablauf der Erbpachtzeit verlangen kann, das Grundstück im ursprünglichen Zustand (also ohne Aufbauten) zurückzugeben. Denken die Leute, das steht zum Spass drin?
Warum gehen diejenigen, die im Haus bleiben wollen, nicht rechtzeitig auf den Erbpachtgeber zu und verhandeln neu?

Warum glauben die Leute, dass eine Anschubhilfe für junge Familien bis zum Ende ihrer Tage gewährt werden soll? Während junge Familien aktuell Schwierigkeiten haben, überhaupt Wohnraum zu finden.

Manmanman ...😠
Skorti
Das Durchschnittseinkommen in Deutschland lag 1965 (umgerechnet) bei 4.800 Euro. Im Jahr 2015, also 50 Jahr später bei 32.500 Euro, also ungefähr 700% höher.

Wenn somit jemand vor 50 Jahren eine Erbpacht abgeschlossen hat, ohne Wertanpassung, dann darf er sich doch nicht wundern, wenn die Erbpacht nach Ablauf der Pachtzeit um 700% ansteigt, wenn der Grundbesitzer auch noch für die weitere Preisentwicklung einplant, dann sind auch 1000% Aufschlag nicht ausgeschlossen.

Soll er denn seine Pacht weiter zum Taschengeld finanzieren? Der soll sich freuen, dass der Pachtvertrag verlängert wird. Dazu ist der Pachtgeber nicht verpflichtet. Er kann auch das Haus, das auf dem Gelände steht zu ca. 66% des Verkehrswertes aufkaufen und dann das Grundstück mitsamt Haus zum vollen Verkehrswert verkaufen.
Da die meisten Erbpachtgeber Gemeinden, Kirchen oder Stiftungen sind, geschieht dies meistens nicht, wäre aber rechtens.
(Nun bin ich der Verteidiger der Immobilien Haie, grins)
ing793
zwei Dinge sind zu trennen:
- Erbpacht (genaugenommen Erbbaurecht) gab es quasi schon immer, gibt es heute (insbesondere von Kirchen) und dient dazu, langfristig einen Ertrag aus einem Grundstück zu erzielen, ohne selber zu investieren und ohne das Eigentum zu verlieren.
Der Erbbaurechtgeber bekommt dafür ein regelmäßiges Entgelt, das bei einigen Prozent des Grundstückswertes liegt. Früher wurde das am Anfang der Laufzeit festgelegt und die Verhältnisse mussten sich schon drastisch ändern, dass man da eine Erhöhung durchsetzen konnte. Heute gibt es die Möglichkeit, da von vorneherein Indexierungen vorzunehmen.

- Hilfe für junge Familien
Ähem, wo ist da die Hilfe, wenn eine Kommune ihren Grund und Boden zu (zumindest damals) marktüblichen Konditionen verpachtet? Es war für Kommunen nicht üblich, die Hilfe bestand dann wohl eher in der Ausweitung des Angebotes.
Dass es später indirekt zu einer Hilfe geworden ist, war zum damaligen Zeitpunkt so nicht abzusehen.

Nun, die Verträge laufen aus, der Wert des Grundstückes hat sich verzehnfacht - was also ist daran ungewöhnlich, dass sich auch die Pacht verzehnfacht.
Anstatt sich über die Steigerung zu beschweren sollten alle Beteiligten glücklich sein, dass die fälligen (und wohl auch durchsetzbaren) Steigerungen in der Vergangenheit unterblieben sind.

Wobei ich mir durchaus ein wenig Phantasie vorstellen könnte. Das Grundstück in dem Bericht z.B. war über 750qm groß. Für ein Einfamilienhaus. In Hamburg. 750qm. Am Stück. Siebenhundertfünfig! oder kurz: 750.

Bei uns baut man da drei Häuser drauf. Da müsste doch auch in HH etwas gehen ...
rayer
Ehrlich gesagt kann ich das ganze Gejammer nicht verstehen. Die Hütten sind vermutlich seit Jahrzehnten bezahlt und bisher war es natürlich günstig. Denke mal, da ist auch noch einiges an Vermögen da und wie bei jedem H4 Empfänger sollte man das Vermögen erst mal in die Erbpacht stecken. Die Leutchen sind auch absehbar nicht mehr für weitere 30 - 40 Jahre Bewohner ihrer Häuser. Wovon sprechen wir dann? Für Hamburger Verhältnisse über eine lächerliche Miete von 675€ für ein ganzes Haus auf 750 Quadratmeter Grund. Es war von Anfang an bekannt, der Boden ist nur gepachtet.
StechusKaktus
@Deho: Dein Beitrag ist sehr unfreundlich. Was bewegt dich dazu, so etwas zu schreiben?
Zumal du ja auch schon einige Meinungsfragen gestellt hast.
Habe ich dich provoziert? Falls ja, erkläre es mir bitte.
Lempel
Deho, was befähigt dich dazu, eine medizinische Ferndiagnose zu erstellen?
solitude33
@Dorfdwepp:
But the Blues and so on.
StechusKaktus
An die spielenden Kinder: Bitte Links ohne Bezug zur Frage anderswo posten. Nicht in meinen Threads!
solitude33
Your thraed?
rayer
Oh Gott, der Kaktus fährt die Stacheln aus. Lass die Jungs spielen, besser Links mit qualitativer Musik als sinnloses Geblubber vom Ende der Welt. Du wirst immer seltsamer, sind das die Wechseljahre?
Skorti
Was kostet so ein Thread denn?
Gibt es eine schöne Besitzurkunde?
Oder kann man so einen Thread auch für 50 Jahre auf Erbpacht nehmen?

Abgesehen davon sind die Links genauso dusselig wie "Check Mail", die Kinners könnten sich doch ihre Links auch gleich per Mail schicken.
rayer
Links zu den Dire Straits und Check Mail versteh ich ja noch. Es gibt ja immer noch Menschen, denen das Mailkonto ziemlich wurscht sein soll und nur alle paar Tage danach sehen. Da kann so ein kleiner Weckruf zielführend sein. Wie das aber mit den Besitzverhältnissen bei Threads in der WC gehandhabt wird.......??
Deho
@ StechusKaktus
Mein Beitrag war unfreundlich, vielleicht habe ich etwas überreagiert. Jedenfalls habe ich die 5 Punkte für Alice Weidel nach meiner Argumentation als persönlichen Affront aufgefasst.

Das waren zwar Blödelantworten, aber auch dabei lege ich Wert auf einen gewissen Stil.