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Noch Fragen?

Frage Nummer 3000116897 Gast

Kündigung durch Arbeitnehmer (ich). Chef möchte bis zum Ende der Kündigungsfrist beurlauben. Soll ich darauf eingehen?

Ich habe zum 31.03. gekündigt. Nach Abbau Urlaubsanspruch liegen noch etwa drei Wochen Beschäftigung an. Nun möchte nich der Arbeitgeber für diese Zeit beurlauben. Hat dies gehalts- oder sozialversicherungstechnische negative Folgen? Wird das im Arbeitszeugnis stehen?
Antworten (10)
FRWEF
Nein und Nein, freu dich über bezahlten weiteren Urlaub
ing793
Bezahlte Freizeit, geil.
Übrigens "geht" man da nicht" drauf ein", der Chef stellt einen frei, Punkt.
Normalerweise will er damit verhindern, dass Du Unterlagen oder Wissen mitnimmst zum neuen AG.
Skorti
Selbst wenn es im Arbeitszeugnis stehen würde, diese Freistellung ist bei den meisten Jobs üblich und würde sicher nicht durch einen zukünftigen Arbeitgeber negativ beurteilt.

Anders wäre es, wenn du nach langfristiger Beschäftigung gekündigt wirst. Dann kann es vorkommen, dass das Gehalt während der Freistellung mit einer evtl. Abfindung verrechnet wird.
ing793
@skorti: Freistellung und Abfindung werden nicht gegeneinander verrechnet.
Ansonsten wäre die Freistellung nichts anderes als eine Kündigung zu einem früheren Termin und wenn das ginge, dann hätte der AG zu diesem früheren Termin gekündigt.
Skorti
Zitiere:
Von einer Seite der Firma Rundstedt (Fachfirma für Outplacement und Karriereplanung)
"Die monatlichen Bruttogehälter, die für die Freistellung aufzuwenden sind, können mit oder ohne Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung von der Abfindung heruntergerechnet werden, so dass sich die Freistellung auf die Höhe der Abfindung mindernd auswirkt. "

Ich finde sonst nicht viel, aber ich erinnere mich an ein Urteil, dass dies rechtlich zulässig ist, da der Arbeitnehmer durch eine, unwiderrufliche, Freistellung dem Arbeitsmarkt früher zur Verfügung steht und die zur Überbrückung der Zeit der Arbeitssuche gedachte Abfindung nicht so lange braucht.
DerDoofe
Skorti, du bist im falschen Zug. Der Arbeitnehmer hat gekündigt. Es entsteht kein Anspruch auf Abfindung!

In der Frage setzt sich der Arbeitgeber selbst in Annahmeverzug. Dafür gibt es viele Gründe. Beispielsweise hat der „Neue“ die Arbeit aufgenommen. Der Arbeitgeber zahlt bei Annahmeverzug den Arbeitslohn, der natürlich versteuert und verbeitragt werden muss.
Skorti
@Der Doofe,
alles lesen, dann kann man auch alles verstehen.
In meiner ersten Antwort steht "Eine Freistellung ist wenn man selber kündigt, ohne Folgen,"anders wäre es, wenn".
Nun geht es darum, ob es dann wirklich anders wäre.
ing793
@Skorti: ich habe mich mal ein wenig auf die Suche begeben und u.a. auch die Seite der von Dir zitierten Firma gefunden.
Rundstedt empfiehlt, anstelle einer arbeitgeberseitigen Kündigung einen Aufhebungsvertrag abzuschließen, der mehr oder weniger deutlich länger läuft als die normale Kündigungsfrist. In dieser Zeit wird der Mitarbeiter freigestellt und erhält eine einseitige Kündigungsfrist von wenigen Tagen.
Das stellt dann eine Win-Win-Situation dar.
Der Arbeitgeber zahlt - quasi anstelle der Abfindung - für ein paar Monate länger das Gehalt. Schlimmstenfalls bis zum Ausscheidedatum, aber das hätte er als Abfindung ohnehin bezahlt. Bestenfalls hat der AN kurzfristig einen neuen Job, kündigt noch vor Ablauf des Aufhebungsvertrages und erspart dem AG die restlichen Zahlungen.
Der Arbeitnehmer im Gegenzug hat viel Zeit, sich um die Bewerbung zu kümmern, kann sich zumindest in der ersten Phase offiziell aus ungekündigter Stellung bewerben, hält ggfs. seinen Lebenslauf sauber, weil er die Chance erhält, SELBER zu kündigen und keine Lücke in den Arbeitsverhältnissen entsteht.
Er wird seinen alten AG in guter Erinnerung behalten.

In so einem Fall - und nur in so einem Fall - wird die Länge der ZUSÄTZLICHEN Freistellung natürlich mit einer eventuellen Abfindung verrechnet.
Ich wusste gar nicht, dass das so geht. Ich hoffe, ich werde es nie brauchen, aber wenn man sich schon trennen muss, finde ich das sehr elegant.
GutGedacht
Dieses Angebot nur annehmen, wenn der Arbeitgeber für diesen "Urlaub" das Gehalt und die Sozialbeiträge weiterzahlt. Nein, es darf nicht im Arbeitszeugnis stehen.
elfigy
Es geht noch eleganter. Ich hatte neuen Arbeitsvertrag mit Arbeitsbeginn Tag X oder früher.
Drei Monate Kündigungsfrist. Ich kündigte, es war klar, dass ich sofort freigestellt würde. Dann bot ich meinem AG gegen Zahlung des Nettogehaltes für die drei Monate sofortige Auflösung des Vertrages an. Der nahm das natürlich an, ich bekam einen Scheck und als ich von Hof fuhr, rief ich in meiner neuen Firma an, dass ich morgen anfange.