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Noch Fragen?

Frage Nummer 3000113009 Gast

Mit Betrug und Täuschung in die Frühpension

Ich finde, kranke Menschen (ob körperlich oder psychisch) müssen wir in unserem Sozialnetz auffangen.

Ich habe nun von einem Bekannten folgendes Erfahren:
Er hat sog. Burn-Out vorgetäuscht - ist dann in BadHall auf Reha gewesen - und nun in die Pension geschickt worden.
Und nun das traurige: Habe erfahren, dass er die Tests gefaket hat und sieht "Burn out" als eine echte "Lösung" um schon früher in Pension gehen zu können unter dem Motte "ich bin doch nicht blöd, und hebe mit 58 weiter Spanplatten in bei der Bude herum ... " ...und Schauspielern kann er wirklich gut... Die Psychiaterin in XXXX (möchte niemanden belasten) hat ihm auch das Burn-Out bestätigt.

Sind diese Tests echt so "einfach"? Sollte man diese nicht "fälschungssicherer" machen?
Ich habe nun ein schlechtes Gewissen gegenüber den anderen Österreichern, wenn ich nun nichts tue... Was sagt ihr, soll ich ihm melden oder eher es so laufen lassen, da es mir ja nicht direkt angeht? Es sind je eigentlich "nur" mehr wenige Jahre er "legal" gehen kann... Wenn ja, wo kann ich das machen , ohne dass er mich im nachhinein ausfindig machen wird? Ich danke für euren Rat!
Antworten (5)
Musca
Ach lieber Gast, wo soll ich da anfangen ? Bei der Post, der Bahn. Da wurde man mit Handkuss mit Ende 40, Anfang 50 frühpensioniert, bei ca. 90 % des Nettolohnes.
Man wurde dazu regelrecht aufgefordert.Große Banken haben ganze Abteilungen geschlossen (IT-Bereich), fremdgelagert, es wurde angemessen oder etwas darüber vergütet.
Aber was solls, wenn ein Manager einen Konzern gegen die Wand fährt, und anschließend über 3000 € Rente bekommt, nicht im Monat, nicht die Woche, sondern am Tag.......Lieber Schluchtenscheißer, lass deinen Kumpel leben.
dschinn
Wer mit 58 noch Spanplatten hebt, hat was falsch gemacht.

An deiner Stelle würde ich dem die Pension gönnen und selber zusehen aus der Tretmühle raus zu kommen.
Uroma
Sorry, es wird nicht nur Ärzte geben die sog. Gefälligkeitsgutachten erstellen! Schwarze Schafe wir es überall geben. Auch solche die einen anschwärzen wollen. Auch bei den Ämtern.Man sollte sich nicht so sicher sein, dass man nicht rausfindet, wer einen an den Kragen will!! Übrigens könnte das Pendel auch mal zurückschwingen!. You know...
Lempel
Uroma,
why are you sorry?
StechusKaktus
Aus 2002:
Österreich ist ein Land von Frühpensionären: Wie eine vom Ludwig-Boltzmann-Institut in Auftrag gegebene Studie zeigt, sind mit 60 Jahren bereits 81% der Männer und 65% der Frauen im Ruhestand. Der Übertritt in den dritten Lebensabschnitt erfolgt schwergewichtig im Alterssegment zwischen 55 und 60 Jahren. Damit ist die gesetzlich vorgesehene Frühpensionierung im Alter von 55 für Frauen und 60 für Männer zur Norm geworden; kaum jemand arbeitet mehr bis zum Regelpensionsalter von 60 bzw. 65 Jahren. Die Flucht in die frühzeitige Alterspension spiegelt sich in einem drastischen Rückgang der Erwerbsquote: Während 1975 noch 97,6% aller 55- bis 59-Jährigen einer Arbeit nachgegangen waren, lag die Erwerbsquote in dieser Altersgruppe zuletzt bei 61,6%.

Aus 2017:
Trotz vieler Reformen war es auch im Vorjahr noch so, dass mehr Österreicher früher als zum gesetzlichen Pensionsalter in den Ruhestand traten. Rund 44.000 nutzten (nicht immer freiwillig) die diversen Möglichkeiten zur Frühpension (siehe Grafik). 37.000 traten eine "normale" Alterspension mit 65/60 an. Bei den Beamten gehen sogar zwei Drittel früher. Fazit von Thomas Url, Pensionsexperte des Wifo: "Es gibt noch Schlupflöcher für die Frühpension."

Es ist in etwa so, wie wenn ich einkaufe und die drei Kunden vor mir an der Kasse kramen irgendwelche Rabattmarken hervor und nur ich soll den vollen Preis bezahlen. Mache ich auch nicht.

Die Frühpensionierungspraxis in Österreich hat bei denjenigen, die durcharbeiten müssen, zu einem Gefühl der Ungerechtigkeit geführt, das ich nachvollziehen kann.
Es fällt mir schwer, Menschen für dieses Gefühl bestrafen zu wollen.