HOME

Noch Fragen?

Frage Nummer 3000117063 Gast

Muss ich eine Stelle vom Jobcenter annehmen, welche zwar ungefähr meiner Ausbildung entspricht, mir aber meine Zukunft verbaut?

Hallo,
meine Frage, ich bin Assistenzärztin für Innere und Allgemeinmedizin. Brauche nur noch ein Jahr zum Facharzt, Musste meine Weiterbildung unterbrechen, da mein Vater schwer krank war und der Hausarzt als auch der MDK sich weigerte meinen Vater medizinzisch als auch pflegerisch zu versorgen. Dies habe ich alles alleine gemacht. Bin daraufhin in ALG2 gerutscht. Habe meinem Vater davon auch noch sein Fresubin gekauft. Wie gesagt, MDK weigerte sich zu kommen. Leider verstarb mein Vater trotz aller Bemühungen. Per Aktenlage bekam er nach seinem Tod Pflegestufe 3 zugesprochen. Damals die höchste Pflegestufe. Die Krankenkasse weigerte sich dies anzuerkennen und zahlte nur einen Bruchteil aus. Dieser reichte gerade für die Beerdigung. Meine Eltern waren nie reich oder gut betucht , ich bin eines dieser Arbeiterkinder, welches durch Arbeit und Fleiß, Medizin studieren konnte. Danach wurde meine Mutter krank, wir haben fast die Wohnung verloren und hatten eine Weile kaum zu Essen. Ich könnte noch viel mehr erzählen... . Meiner Mutter geht es wieder gut soweit man dies bei einer 79Jährigen mit einer Minirente behaupten kann.
Da diese Geschichte offensichtlich niemand glaubt und ich dies in meinem Lebenslauf ja angeben muss , habe ich bisher , seit ca über einem Jahr keine Stelle für dieses eine Jahr Fortbildung zum Facharzt gefunden. Da ich erst spät studiert habe, da ich vorher noch einen anderen Beruf erlernte, bin ich auch nicht mehr so jung. Jetzt will mich das Jobcenter zwingen eine Stelle in einem Gesundheitsamt anzunehmen, dessen Leiterin mir schon sagte, dass ich dort keine Weiterbildung in meinem Fach bekomme und auch wegen meines Alters keine Möglichkeit zu einer Facharztweiterbildung zur Amtsärztin bekäme. Das heißt, ich müsste genau das Gegenteil und vor allem ein mir vollkommen fremdes Gebiet der Medizin ausüben ohne auch nur die geringste Chance meinen Facharzt fertig zu machen und als Hausärztin zu arbeiten. Wegen meines Alters käme auch eine Verbeamtung nicht in Frage. Darf mir das Jobcenter meine Zukunft so verbauen? Bitte nur ehrlich gemeinte Antworten!Es geht hier natürlich auch mal wieder um Sanktionen..
Vielen Dank
Antworten (8)
FRWEF
wer soll den hier fachgerecht und kompetent antworten können? Such dir einen speziallisierten Fachanwalt und Frage den.
P.S. Bei deinem Lebenslauf kann ich nur Dir den grössten Respekt zollen. Gib den Kampf gegen das Jobcenter nicht auf.
dschinn
Job annehmen und aus dieser Stellung heraus dann weiter bewerben und bemühen (ohne Hilfe vom Center).

Die Geschichte an sich kann man insgesamt auch versuchen positiv darstellen, incl. den Job dann im Gesundheitsamt.

Wenn du jetzat aufgibst, hast du verloren!
elfigy
Was spricht dagegen, dass Sie die Stelle annehmen und sich aus dieser bezahlten Arbeit heraus weiter um eine angemessene Stelle bewerben?
Das macht bestimmt einen besseren Eindruck und bringt auch mehr Geld ein als ALG2.

Hier meine Antwort von 12:58
War versehentlich woanders gelandet
elfigy
Wenn ich mir Ihren Bericht nochmals durchlese, fällt mir auf, dass das ganze doch ziemlich sonderbar klingt. Der Hausarzt und der MDK weigerten sich, Ihren Vater zu versorgen. Was hat Sie denn nach der Beerdigung an einer Arbeitsaufnahme gehindert? Mit Ihrer Ausbildung bekommen Sie jederzeit einen Job. Es muss ja nicht sofort der Ideale sein. Hauptsache weg von ALG2. Auch wenn die Mutter krank ist. Da findet man eine Lösung. Vielleicht ist nicht Ihr Lebenslauf der Grund, dass Sie bis jetzt nichts fanden. Vielleicht machen Sie einen hilflosen und zaghaften Eindruck. Auf mich machen Sie das.
ing793
Medizin ist eigentlich typischerweise ein Studium für Kinder aus akademischem Elternhaus. Das ist jetzt keine Wertung, einfach Statistik.
Wenn sich dann doch jemand durch das Studium "hocharbeitet", dann neigt dieser Mensch aus Nicht-akademischem Elternhaus dazu, sehr viel Wert auf den Facharzt zu legen.
Das hier ist ein schönes Beispiel:
- Berufsziel Hausarzt - ohne Facharzt nach eigener Aussage nicht die geringste Chance, als Hausarzt zu arbeiten
- Jobcenter sagt Gesundheitsamt - wichtigste Frage jetzt, ob man noch die Facharztausbildung zum Amtsarzt bekommt (by the way, "Amtsarzt" ist eine Berufsbezeichnung, keine Fachrichtung, das solltest Du eigentlich wissen), alternativ mindestens Verbeamtung.

Mach Dich locker ...
Wenn Dein Berufsziel "Hausarzt" ist, dann mach das. Mit oder ohne Facharzt ist völlig egal. Natürlich "macht" sich das mit dem Facharzt für Allgemeinmedizin besser, aber man BRAUCHT ihn nicht. Bewirb Dich bei irgendeiner Praxis auf dem Land und erkläre dem Doc, dass Du mittelfristig seine Praxis übernehmen willst. Dann läuft das. Hauptsache, Du hast das Jahr Klinik schon hinter Dir.

Bis Du da was gefunden hast, arbeitest Du eben im Gesundheitsamt. TVöD12 ist nicht schlecht. Vielleicht gefällt es Dir sogar und wenn Du auch nur ein bischen Ehrgeiz hast, bist Du mangels Konkurrenz auch gaanz schnell mind. stellv. Abteilungsleiter mit Stufe 14. Auch da ganz ohne Facharzt. Niemand fragt Dich danach, es sei denn, Du möchtest Amtsleiter werden. Da hättest Du dann Konkurrenz von Leuten mit Facharzt (bevorzugt für öffentliches Gesundheitswesen).

Also mach Dich frei von dem Mantra "ohne Facharzt geht gar nichts" - das ist grundfalsch, es geht alles, was Du willst, auch ohne.
Lempel
ing793,
[Zitat]: »Medizin ist eigentlich typischerweise ein Studium für Kinder aus akademischem Elternhaus.«

Ja, das ist in Deutschland so, deswegen sind Ärzte mit deutschem Medizinstudium in Ländern mit hohem medizinischen Standard – wie z.B. Australien – nicht erlaubt, zu praktizieren.

Und dass eine Assistenzärztin sich in diesem Forum von alten Männern, die von nix ne Ahnung haben, und einer Plustertante, die gern unqualifizierte Diagnosen von sich gibt wie kalte Furze, Rat einholen muss, zeigt doch, wie arg es um euch bestellt ist.
Zerba
Aber das ist ja in Ordnung.
Weil ich Teil von Euch bin.
Ich kann ohne Euch nicht leben!
Eva Hamberg
Sie muss angenommen werden. Da geht kein Weg dran vorbei. Und wenn nicht, dann eben vermutlich mit berechtigten (!!) Saktionen. Es geht ja darum, möglichst schnell wieder aus dem Bezug heraus zu kommen. Dazu bist du verpflichtet, das steht im Gesetz, dazu hast du dich mit der Unterschrift auf dem Antrag bereit erklärt. Das kannst du nun mit einer deiner Ausbildung angemessenen Stelle in einer angesehenen staatlichen Institution. Es geht aber nicht darum, dass die Allgemeinheit dir weiterhin Unterhalt zahlt für die Verwirklichung eines Lebenstraumes. Manchmal passt das, hier aber eben nicht. Also: Stelle annehmen !