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Frage Nummer 3000090329 StechusKaktus

Welchen Hintergrund hat die Grundsteuer?

Schon klar, die Gemeinden brauchen Geld für die Erfüllung ihrer Aufgaben. Aber aus welchen Quellen und in welcher Höhe sollte dafür das Geld kommen und mit welchem Hintergrund wurde dieses Nazigesetz fortgeführt?
So erhalten die Gemeinden einen Teil der Einkommensteuer. Die, die mehr verdienen, beteiligen sich auch mehr am Steueraufkommen. Die Betriebe zahlen die Gewerbesteuer, ebenfalls nach Leistungsfähigkeit.
Was aber hat es mit der Grundsteuer auf sich? Sollen diejenigen, die „besser“ wohnen, noch nach ihrer Wohnlage besteuert werden? Das klappt ja deswegen nicht, weil eine einfache Wohnung in einer Region mit hohem Hebesatz mehr Grundsteuer kosten kann als eine Villa in einer Region mit niedrigem Satz. Als eine Art verkappte Vermögensteuer eignet sich die Grundsteuer auch nicht, weil die Vermieter sie den Mietern als Nebenkosten weiterbelasten können.
So richtig gerecht ist sie ohnehin nicht, weil jeder Mieter, unabhängig von seiner Vermögenslage diese bezahlen muss. Und eine echte Einflussnahme seitens des Mieters ist auch nicht möglich, weil die Grundsteuer bei den Vermietungen nicht separat ausgewiesen werden muss.

Geht also die Grundsteuer in ihrem Wesen über eine reine Geldbeschaffung hinaus?
Antworten (10)
wokk
StechusKaktus, ich möchte dir ein anderes Beispiel nahebringen.
Du sagtest Nazigesetz, aber die Grundsteuer gibt es auch hier in Frankreich. Ich glaube jetzt mal nicht, dass sie von den Nazis eingeführt wurde.
Dazu ist sie total ungerecht, weil auch solche objektiven Dinge wie äusseres Bild, Erscheinungsweise, Wohngegend, Höhe der Räume, Anzahl der Wasserstellen, Anzahl der Fenster zur Strasse ausschlaggebend sind.
Da sehen die Häuser schon mal vergammelt aus. Warum sollte man auch das Haus aussen verschönern und Fensterläden streichen, wenn das dann als "sichtbarer" Luxus dargestellt werden kann?
Hier hast du automatisch eine Luxusbude, wenn du Klo und Bad hast . . .
Die Gemeinden brauchen Geld - und so holen sie es sich!
Skorti
Ich gehe mal davon aus, das "Nazigesetz" Gekeife kommt daher, dass 1938, also zur Zeit der Nazis die Grundsteuer Deutschlandweit einheitlich geregelt wurde.

Das bedeutet natürlich nicht, dass es vorher keine Grundsteuer gegeben hat, sondern nur dass diese überall unterschiedlich geregelt wurde. (Wiki bezeichnet die Grundsteuer schließlich als eine der ältesten bekannten Steuern)

Ja, wahrscheinlich soll sie dies erreichen, wer sich eine tolle, teure Lage leisten kann, soll mehr zum Haushalt der Gemeinde beitragen, als jemand, der sich keine Innenstadtlage leisten kann.

Die unterschiedlichen Hebesätze sollen wahrscheinlich erreichen, dass die, die sich die Innenstadtlage in Hamburg oder München, nicht leisten können, also Arbeitnehmer, Renter und Hartz IV-Empfänger nach MeckPomm umziehen.

Oder wie du es mal formuliertest, wer sich die Wohnung in der Stadt nicht leisten kann, muss dahin ziehen, wo es billiger ist.
Swan
Ja, ja, ihr Deutschen und eure Nazi-Vergangenheit.
Ihr verleugnet sie und kehrt sie unter den Teppich.

Und dann holt sie euch immer wieder ein.
ing793
Man braucht schon eine seltsame Phantasie, um hier von "Nazisteuer" zu sprechen ...

Alle Steuern dienen übrigens der Geldbeschaffung. Genaugenommen ist das der Primärzweck einer Steuer. So auch dieser.
Und es ist eine der gaaaaanz wenigen Steuern, die die Gemeinde selber beeinflussen kann, die ein nennenswertes Aufkommen hat und die nicht bei jeder Konjunkturdelle mit einbricht.
Swan
Ich finde es interessant, dass wokk hier beschreibt, dass die Franzosen ihre Häuser verrotten lassen, damit sie wenig Grundsteuern zu bezahlen haben.

Jedes Land hat da so seine Eigenarten.

Hier an der Gold Coast, wo viele Hochhäuser stehen – das höchste, das Q1, mit 78 Stockwerken – bezahlen Wohnungseigentümer in Hochhäusern je mehr Grundsteuer, je höher die Wohnung liegt.
StechusKaktus
Nazisteuer finde ich eine gute Idee
;-)

Ich sprach nur davon, dass das Gesetz zur Grundsteuer von den Nazis erlassen wurde.
Swan
StechusKaktus,
nein, nur in Deutschland habt ihr Nazisteuern *seufz* 😥
Skorti
@Stechus
Nein, nochmal, die Grundsteuer wurde nicht von den Nazis eingeführt. Die haben nur die unterschiedlichen Regelungen zur Grundsteuer in den unterschiedlichen Gebieten und Ländern vereinheitlicht.

Eine der ältesten Grundsteuern in Deutschland war der
Wurfzins der vom 13. bis zum 19. Jahrhundert in der Mark Meißen gezahlt werden musste.
Es gab da sicher noch einige andere.
Z.B. den Generalhufenschoß, in dem im 18. Jahrhundert in Brandenburg die unterschiedlichen Grundsteuern, die es davor also schon gab, zu einer einheitlichen Grundsteuer zusammengefasst wurden.
Musca
Ich bewirtschafte einige gepachtete Hektar Land mit bewusstseinserweiternden pflanzlichen Produkten,dafür muss ich an den Pächter den "Zehnt" abgeben, eine Grundsteuer aus dem Mittelalter. Ist diese Art der Steuereinnahme legitim?
wokk
Lasst euch bloss nicht erwischen! :-)