VG-Wort Pixel

"Time"-Magazin Papst Franziskus ist die Person des Jahres


Dass die katholische Kirche wieder positiv wahrgenommen wird, sei der Verdienst von Papst Franziskus. Für "Time" ist er deshalb die Person des Jahres. Direkt dahinter folgt der "düstere Prophet".

Nach Ansicht der Redakteure von "Time" hat niemand das Jahr 2013 so stark geprägt wie Papst Franziskus - er ist die Person des Jahres. Er folgt damit US-Präsident Barack Obama, dem diese Ehre im vergangenen Jahr zum zweiten Mal zuteil wurde.

Als Papst der Armen habe Franziskus innerhalb kürzester Zeit den Menschen das Vertrauen in die katholische Kirche zurückgegeben. Erst am 13. März diesen Jahres wurde er zum Papst gewählt. Dass er den Dienst am Menschen propagiert, mache die Kirche wieder menschlicher. Der Argentinier allein sei dafür verantwortlich, dass die Menschen sich wieder für die katholische Kirche begeistern könnten, nicht nur den Glauben wieder leben, sondern auch die katholische Kirche als glaubhaft empfinden, begründet die Zeitschrift ihre Wahl.

In einem Video erklärt Radhika Jones, die verantwortliche Redakteurin der Auswahl, dass der Papst, als spirituelles Oberhaupt von 1,2 Milliarden Menschen eine große Macht genieße, aber das Amt durch seine Menschlichkeit neu belebt habe. Er habe den Blick auf globale Probleme gelenkt, auf Armut und die ungerechte Verteilung von Reichtum, Themen für die es kein Gesicht gebe. "Der Papst hat sich als Instanz für diese Themen positioniert", so Jones.

Die vollständige Begründung des Magazins in englischer Sprache finden sie hier.

Platz zwei für den Kampf gegen die Datenkrake

Besonders im Vergleich mit seinem Vorgänger Benedikt XVI. würden die Unterscheide deutlich. Benedikt stand für die strenge, spirituelle Lehre. Franziskus' Ansicht sei gut anhand eines Interviews zu verstehen, dass im September im Jesuiten-Magazin "Civiltà Cattolica" zu lesen, in dem er sagte, die "Kirche ist ein Feldlazarett nach einer Schlacht". Auch sein "Evangelii Gaudium" - eine Art Regierungserklärung für die Zeit seiner Regentschaft - habe überzeugt, so die Begründung. Darin schrieb Franziskus: "Ich bevorzuge eine Kirche die verletzt, leidend und schmutzig von der Straße ist".

Gleich an zweiter Stelle nach dem Papst ehrt "Time" den 30-jährigen Whistleblower Edward Snowden. Er sei der "Dark Prophet" - der düstere Prophet - unserer Zeit. Er habe gewollt, dass die Welt die Wahrheit über das erschütternde Ausmaß der Datenfresssucht der NSA erfahre. Dafür habe er sein bisheriges Leben aufgegeben, mit dem Wissen, dass er für die Veröffentlichung dieser Informationen in den USA ins Gefängnis wandern müsse.

ono

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker