VG-Wort Pixel

Beeindruckender Fund 3,8 Millionen Jahre alter Schädel liefert neue Hinweise auf die Evolution des Menschen

Ein Zusammenschnitt des 3,8 Millionen Jahre alten Schädels und des vermutlichen Aussehens des Vormenschen
Das Cleveland Museum of Natural History hat das wahrscheinliche Aussehen des Vormenschens anhand des Schädels rekonstruiert
© AFP
In Äthiopien haben Forscher einen 3,8 Millionen Jahre alten Schädel gefunden. Er liefert neue Hinweise auf die früheste Vormenschenart von uns Menschen.

3, 8 Millionen Jahre soll er alt sein: In Äthiopien haben Forscher den Schädel eines Vormenschen entdeckt. Diese Vormenschen lebten demnach vor rund vier Millionen Jahren in Ostafrika. Bisher hatten Forscher von diesen Vormenschen, für die der Fachausdruck "Australopithecus anamensis" lautet, nur Knochenstücke und Zähne gefunden. Deshalb gilt der fast vollständig erhaltene Schädel als große Entdeckung. Er wurde in der sogenannten Afar-Region entdeckt. Also dort, wo vor 3,2 Millionen Jahren nach Erkenntnissen der Forscher auch schon die berühmte Vormenschenfrau Lucy lebte. 

Den Oberkiefer des Schädels hatte ein Forscher bereits im Februar 2016 gefunden, wie das Wissenschaftsmagazin "Nature" berichtet. Als sie weitersuchten, stießen sie dann auf den restlichen Schädel. Aufgrund der chemischen und magnetischen Merkmale des Umgebungsgesteins an der Fundstelle ermittelten sie, dass der Schädel 3,8 Millionen Jahre alt sein muss.

Dank des Schädels können die Forscher das Aussehen des Vormenschen rekonstruieren

Dank des Schädels ist es den Forschern nun möglich, das Aussehen der Vormenschen zu rekonstruieren. Der Kopf gehörte demnach einem Mann und zeige sowohl primitive Merkmale, wie zum Beispiel ein klein ausgeprägtes Hirnvolumen von 365 bis 370 Kubikzentimetern als auch fortgeschrittene, wie vorstehende Wangenknochen und eine schmale Stirn, berichtet das Wissensmagazin "Scinexx".

Der Fund zeige aber vor allem: Die Evolution des Menschen verlief anders als bisher angenommen. Bisher gingen Forscher davon aus, dass es eine Linie von Vormenschen gab, die sich immer weiter entwickelte. Stattdessen zeigt sich nun, dass es mehrere verwandte Spezies gegeben haben muss, die zur gleichen Zeit fast am gleichen Ort lebten. Denn der Schädel weist anatomisch andere Merkmale auf als die Überbleibsel von Lucy. Also müssen Lucy und ihre Artgenossen und die Vormenschen wie der, dem einst der Schädel gehörte, mindestens tausend Jahre nebeneinanderher gelebt haben. Inwiefern diese Vormenschen nun aber miteinander verwandt waren, können auch die Anthropologen noch nicht genau bestimmen. Möglicherweise werden das weitere Fundstücke in der Zukunft zeigen. 

Quellen: "Nature", "scinexx"

ame

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker