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Gast starb nach 56 Kurzen: Wirt nach tödlichem Schnaps-Rekord verurteilt

Weil er einen Trink-Rekord brechen wollte, trank ein Franzose 56 Schnäpse - und starb. Der Wirt, der ihm den Alkohol ausschenkte, ist nun verurteilt worden. Doch er weist die Verantwortung von sich.

30 Schnapsgläser leerte ein Franzose in einer Minute - also etwa so viel wie auf diesem Tablett. Ein Alkohol-Exzess mit Folgen: Der Mann starb noch in der selben Nacht.

30 Schnapsgläser leerte ein Franzose in einer Minute - also etwa so viel wie auf diesem Tablett. Ein Alkohol-Exzess mit Folgen: Der Mann starb noch in der selben Nacht.

Ein Mann trinkt 56 Schnäpse in kurzer Zeit und stirbt - dieser skurille und tragische Fall hatte im vergangenen Jahr international Aufmerksamkeit erregt. Der Betreiber des Lokals, in dem der Alkohol-Exzess tödlich endete, wurde nun zu vier Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Das Strafgericht der zentralfranzösischen Stadt Clermont-Ferrand sprach den 47-Jährigen Gilles C. am Mittwoch der "fahrlässigen Tötung durch eine bewusste Verletzung der Sicherheits- und Vorsichtspflichten" schuldig und verhängte zudem ein einjähriges Berufsverbot für den Wirt.

Der 56-jährige Kneipenbesucher habe einen Trink-Rekord brechen wollen, berichtet die britische Tageszeitung "The Guardian". Gemeinsam mit einigen Freunden und seiner Tochter habe der Mann die "Starter"-Bar in Clermont-Ferrand besucht. Dort habe er 56 kleine Gläser mit hochprozentigem Alkohol in kürzester Zeit heruntergestürzt. Damit brach er einen Rekord in der Bar, welcher auf einer Tafel vermerkt war. 30 Schnäpse soll er sogar in weniger als einer Minute getrunken haben, schreibt "Europe1". Der mehr als 110 Kilogramm schwere Mann sei anschließend von seinen Freunden nach Hause gebracht worden, Sanitäter hätten ihn später in eine Klinik gebracht, wo er am nächsten Tag verstarb.

"Kein Gesundheitszeugnis von jedem Gast"

Die Tochter des Verstorbenen hatte Anklage gegen den Kneipenwirt erhoben. Ihr Vorwurf: Der Wirt hätte den Gast dazu ermutigt, noch mehr zu trinken. Insbesondere der auf der Tafel notierte Schnaps-Rekord hätte den Gast dazu ermutigt, zu weit zu gehen.

Während des Prozesses räumte der Barbetreiber ein, dass es ein "Fehler" war, den bisherigen Trinkrekord auf einer Tafel festzuhalten. Am Tod des Gastes trage er jedoch keine Schuld. Sein Anwalt sagte, der Mann habe sicherlich zu viel Alkohol getrunken, Druck habe aber vor allem dessen Tochter ausgeübt. Er habe auch unter "Atemwegsproblemen" gelitten und sich zudem "verschluckt".

"Man kann nicht von jedem Gast, dem man Alkohol serviert, ein Gesundheitszeugnis verlangen", sagte der Anwalt. Gegen die Verurteilung seines Mandanten kündigte er Berufung an. Das Urteil sei "von Emotionen geleitet" gewesen und von der "unbewussten Absicht, ein Exempel zu statuieren".

las/AFP / AFP
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