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Afghanistan Erster Drohnenangriff seit fast einem Monat fordert Tote


Mindestens sechs Menschen sind bei einem Drohnenangriff der USA im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet ums Leben gekommen. Wem der Angriff genau gegolten hat, ist noch nicht geklärt.

Mindestens sechs Menschenleben hat der erste US-Drohnenangriff im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet seit fast einem Monat nach Angaben aus Geheimdienstkreisen gefordert. Zunächst habe ein unbemanntes Flugzeug am Mittwoch vier Raketen auf ein Versteck mutmaßlicher Extremisten gefeuert, sagte ein pakistanischer Geheimdienstmitarbeiter, der anonym bleiben wollte. Eine zweite Drohne habe drei Raketen auf ein Auto und ein Motorrad abgeschossen, mit denen Verdächtige fliehen wollten.

Mindestens sechs Menschen seien bei dem Beschuss gestorben, acht bis zehn weitere verletzt worden, sagte der Geheimdienstmitarbeiter. Der Angriff habe sich in der Region Baghar im nordwestpakistanischen Stammesgebiet Süd-Waziristan abgespielt.

Regierung und Armee in Pakistan dulden den Einsatz der amerikanischen Drohnen, der aber von weiten Teilen der Bevölkerung abgelehnt wird. Bei einem Drohnenangriff am 17. März war versehentlich ein Stammestreffen beschossen worden: mehr als 40 Zivilisten starben nach pakistanischen Angaben. Regierung und Armee kritisierten diesen vorerst letzten im Grenzgebiet zu Afghanistan gemeldeten Angriff scharf.

Die Beziehungen zwischen Islamabad und Washington sind angespannt. Ende Januar hatte ein Mitarbeiter des US-Geheimdienstes CIA in der ostpakistanischen Stadt Lahore unter ungeklärten Umständen zwei Einheimische erschossen. Nach langem Streit ließ Pakistan den Amerikaner Raymond Davis wie von Washington gefordert frei.

Die "New York Times" hatte am Montag berichtet, Pakistan verlange eine deutliche Reduzierung der US-Geheimdienstaktivitäten im Land. Außerdem sollten die Drohnenangriffe auf Extremisten an der pakistanisch-afghanischen Grenze auf Eis gelegt werden. Der Nordwesten des Landes gilt als Rückzugsgebiet für Taliban-Kämpfer und das Terrornetzwerk Al-Kaida.

hw/DPA DPA

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