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Angst vor Vergewaltigung Touristin springt in Indien vom Balkon


Vor wenigen Tagen ist eine Schweizerin in Indien vergewaltigt worden. Nun sprang eine Britin vom Balkon ihres Hotels, weil zwei Männer morgens um 4 Uhr in ihr Zimmer wollten.

Eine britische Touristin ist in Indien aus Angst vor einer Vergewaltigung vom Balkon ihres Hotels gesprungen. Die Frau habe sich bei dem Sturz am frühen Dienstagmorgen Beinverletzungen zugezogen, sagte ein Polizeisprecher. Der Hotelbesitzer und ein Wachmann klopften demnach um 4 Uhr an die Tür ihres Zimmers in der Taj-Mahal-Stadt Agra, daraufhin sei die Touristin in Panik geraten. Die Männer wollten ihr nach Aussage der Frau eine Massage anbieten, sagte der Polizeisprecher weiter. Der Nachrichtensender NDTV berichtete, dass sich der Hotelbesitzer Zutritt zu ihrem Raum verschafft habe.

Erst vor wenigen Tagen war eine #Link;http://www.stern.de/panorama/schweizer-touristin-in-indien-missbraucht-entsetzen-ueber-gruppenvergewaltigung-1984887.html;Schweizerin in Zentralindien von mehreren Männern vergewaltigt# worden. Die sechs Tatverdächtigen seien am Dienstag vom Polizeigewahrsam in ein Gefängnis verlegt worden, sagte der Polizeipräsident des Distrikts, C. S. Solanki.

"Wir haben genügend Beweise"

Derzeit würden DNA-Proben der sechs Männer untersucht. Der Polizeipräsident versprach, dass seine Beamten alle notwendigen Dokumente innerhalb einer Woche zusammentragen werden, obwohl ihnen dafür eigentlich 90 Tage Zeit zustehe. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der Fall schnell gelöst werde: "Wir haben genügend Beweise", sagte er. Nach Angaben der Schweizer Botschaft erholt sich das Ehepaar weiter in der Hauptstadt Neu Delhi.

Das Auswärtige Amt ergänzte seine Reise- und Sicherheitshinweise für Indien. Dort hieß es bislang, Reisende, insbesondere Frauen, sollten sich "stets von Vorsicht leiten lassen". Diesem Hinweis wurde nun der Einschub hinzugefügt: "insbesondere vor dem Hintergrund zuletzt vermehrt berichteter sexueller Übergriffe". Statistisch gesehen ist die Gefahr einer Vergewaltigung bei jährlich mehr als sechs Millionen (männlichen und weiblichen) Besuchern äußerst gering.

Indien beschließt härtere Strafen für Vergewaltigung

Unterdessen hat das indische Unterhaus härtere Strafen für Vergewaltigung beschlossen. Die Abgeordneten stimmten am Dienstag in Neu Delhi nach siebenstündiger Debatte für einen entsprechenden Gesetzesvorschlag der Regierung. Demnach soll Gruppenvergewaltigung künftig mit mindestens 20 Jahren Gefängnis, unter Umständen aber auch mit lebenslanger Haft bestraft werden.

Fällt ein Vergewaltigungsopfer ins Koma oder stirbt, droht Tätern die Todesstrafe. Stalking, sexuelle Belästigung, Voyeurismus und Säureattacken sollen ebenfalls hart bestraft werden. Über das Gesetz muss nun noch das Oberhaus abstimmen. Bislang wird Vergewaltigung in Indien mit sieben bis zehn Jahren Haft bestraft.

In dem Land gibt es seit Wochen eine große gesellschaftliche Diskussion über Vergewaltigungen von Frauen, in deren Verlauf schärfere Strafen gefordert wurden. Auslöser war die tödliche Gruppenvergewaltigung einer Studentin im vergangenen Dezember in Neu Delhi. Die brutale Tat löste weltweit Entsetzen aus.

ger/DPA DPA

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