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Anklage erhoben: Deutscher soll Crawford erpresst haben

Ein 26-jähriger Deutscher muss vor den Richter, weil er versucht haben soll, Topmodel Cindy Crawford und ihren Mann mit einem Foto unter Druck zu setzen. Auf dem Bild ist offenbar die siebenjährige Tochter der beiden bei einem Spiel zu sehen - gefesselt und geknebelt auf einem Stuhl.

Ein 26-jähriger Deutscher muss sich demnächst vor Gericht verantworten, weil er offenbar Topmodel Cindy Crawford erpresst hat: Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat Anklage gegen den teilweise geständigen Edin K. erhoben, wie am Dienstag bekannt wurde.

Laut Anklage versuchte der bereits vorbestrafte Mann aus Kirchheim/Teck (Baden-Württemberg), die 43-jährige Crawford und ihren Ehemann Rande Gerber mit einem Foto von deren Tochter Kaia unter Druck zu setzen. Auf diesem ist die damals Siebenjährige abgebildet, wie sie an Händen und Füßen gefesselt und geknebelt auf einem Stuhl sitzt. Das Bild entstand bei einem harmlosen Räuber- und Gendarmspiel. Ein mit dem mutmaßlichen Erpresser befreundetes ehemaliges Kindermädchen von Cindy Crawford hatte das Bild gemacht.

100.000 Dollar am Telefon gefordert

K. soll gedroht haben, das Foto an die Boulevardpresse zu verkaufen, falls ihm das Ehepaar nicht eine größere Summe zahlen würde. Am 14. Juli vergangenen Jahres habe das Ehepaar dem Mann daraufhin 1000 US-Dollar bezahlt und im Gegenzug das Foto erhalten, berichtet die Staatsanwaltschaft. Zwei Tage später habe sich K. aber erneut gemeldet und mit der Drohung, noch weitere Fotos zu besitzen, mehr Geld erpressen wollen.

Im September habe er diese Drohung wiederholt und mindestens 5000 Dollar verlangt. Wenig später sei K. aber aus den USA abgeschoben worden. Im November habe er schließlich telefonisch von dem Ehepaar 100.000 US-Dollar auf sein Girokonto in Deutschland verlangt.

Angst vor Arbeitsagentur: Konto in der Türkei eröffnet

Während sich K. um die juristische Verfolgung seiner Erpressung offenbar wenig Gedanken machte, fürchtete der damalige Arbeitslosengeldbezieher laut Staatsanwaltschaft aber die Arbeitsagentur: Er sei aus Sorge, wegen der 100.000 US-Dollar auf seinem Konto in Erklärungsnot zu geraten, eigens in die Türkei geflogen, um dort ein Konto für die Summe einzurichten. Dort erfuhr er dann über die Medien, dass sein Erpressungsversuch inzwischen bekannt geworden war und die Polizei nach ihm suchte. Aus Angst vor einer Festnahme in der Türkei sei der Mann frühzeitig nach Deutschland zurückgekehrt, wo er sich der Polizei stellte.

AFP/DPA / DPA