HOME

Atom-Spezialbehälter "Castor HAW 20/28 CG": Ein Schutzanzug für den strahlenden Müll

Am Mittwoch rollt wieder ein Castortransport durch die Bundesrepublik. Von Karlsruhe geht die Reise ins Zwischenlager Nord Lubmin. stern.de erklärt, wie der strahlende Müll gesichtert ist.

Die fünf Atommüllbehälter aus der stillgelegten Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK) sind mit einer Länge von 6,10 Metern die größten Castoren, die im Zwischenlager Nord bei Lubmin deponiert werden. Die jeweils etwas mehr als 100 Tonnen schweren Behälter vom Typ "HAW 20/28 CG" sind aus massivem Gusseisen.

In jedem Castor stehen in vier Lagen insgesamt 28 sogenannte Kokillen. Das sind 1,30 Meter hohe Edelstahlcontainer, die mit einer hochradioaktiven, inzwischen verfestigten Flüssigkeit gefüllt sind. Sie besteht aus Salpetersäure mit verschiedenen hochradioaktiven Resten, darunter 16,5 Kilogramm Plutonium, 500 Kilogramm Uran und vielen Spaltprodukten wie Cäsium- oder Strontium-Isotopen. Die Flüssigkeit war bei der Wiederaufarbeitung von Kernbrennstäben angefallen. Jede Kokille hat ein Gewicht von 400 Kilogramm.

Während der mehr als 800 Kilometer langen Zugfahrt sind die Atommüllbehälter mit einer Schutzhaube aus Leichtmetall abgedeckt. Mit den fünf Behältern aus Karlsruhe stehen 74 Castoren im Zwischenlager Nord in Mecklenburg-Vorpommern.

DPA / DPA