HOME

Atomkraft: Strahlende Landschaften in Bayern

Die jüngste Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz hat ergeben: Eon betreibt mit Isar I bei Landshut das Atomkraftwerk mit den höchsten radioaktiven Emissionen Deutschlands. Das oberbayerische Städtchen gibt sich als Hort der Seligkeit und wirbt mit guter Luft und einer besonders ursprünglichen Landschaft um Familien.

Von Patrizia Perni

Schön ist's im Landkreis Landshut, mitten im Herzen Altbayerns. Kühe muhen, Traktoren ziehen große Pflüge hinter sich her, der Himmel ist natürlich fast immer weiß und blau und die vielen Gasthöfe sind behäbig. Touristen sind hier jederzeit willkommen. Nur die kleine Gruppe offenbar "zugroaster" Männer und Frauen, die vor einiger Zeit im Umfeld des Atomreaktors Isar I ein paar Luftproben ausgewertet haben, sollte sich besser nicht mehr blicken lassen.

Die Damen und Herren waren Wissenschaftler des "Bundesamtes für Strahlenschutz" mit Hauptsitz in Salzgitter. Isar I, so haben die Experten ermittelt, ist offenbar eine hochgefährliche Dreckschleuder. Jedenfalls ist in ihrem vor wenigen Tagen erschienenen Jahresbericht "Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung im Jahre 2006" davon die Rede, dass rund um Isar I die radioaktiven Emissionswerte um ein Vierfaches über dem Durchschnitt aller AKWs in Deutschland liegen. Gemessen an den Emissionswerten von Isar I, sind diese eher harmlose Stromfabriken.

"Studie nur Wahlkampfmanöver"

Für den zuständigen Landrat Josef Eppeneder (CSU) ist das kein Problem. Denn: "Die Isar-Reaktoren", so lässt er unbeeindruckt über seinen Pressesprecher verkünden, "gehören zu den sichersten der Welt". Das Problem von Landshut sei lediglich, "dass hier oft der Wind fehlt" und man deshalb, die große Wasserdampfwolke über dem Meiler "einfach ständig sehen kann." Aber eigentlich sei das ja auch ein Vorteil. Denn wenn es wirklich mal, natürlich rein theoretisch, zu einem Störfall käme, "weht es nicht gleich rüber." Viel mehr will der Sprecher nicht mehr sagen. Nur noch, dass die Studie ein "Wahlkampfmanöver" sei.

"Hier geht's mir gut, hier lass' ich mich nieder" behauptet die Stadt Landshut auf ihrer Internetseite. Mehr als 1.000 Menschen würden dies - pro Jahr - auch machen. Besonders stolz ist man darauf, dass das Umland immer mehr Familien aus München anzieht. Natürlich nicht nur der geringeren Preise wegen, sondern insbesondere wegen des hohen Freizeitfaktors. Ob diese Familien die bereits im Dezember 2007 erschienene Studie des Deutschen Kinderkrebsregister über die "Erhöhte Kinderkrebsrate in der Umgebung von Atomkraftwerken" gelesen haben, ist nicht bekannt.

Hohe Krebsrate bei Kleinkindern

Danach sollten Eltern, die im Umkreis von fünf Kilometern eines Reaktors wohnen, regelmäßig mit ihrem Nachwuchs zur Krebsvorsorge gehen. Denn die Studie belegt, dass die Krebsrate bei Kleinkindern um 60 Prozent und speziell das Leukämierisiko um mehr als das Doppelte ansteigt. "Die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Wohnortnähe und Erkrankungsrisiko ist damit eindeutig beantwortet." sagt Wolfram König, Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz. Das Gutachten bietet jedoch keine Erklärung, über den ursächlichen Zusammenhang, zwischen Strahlung und Erkrankung. Also noch lange kein Grund, jetzt nicht mehr in das schöne Oberbayern zu ziehen - oder? Der Sprecher vom dortigen CSU-Landrat sagt, "man hat sich damit abgefunden".

Den Grünen reichen diese Tatsachen und die neue Studie des Bundesamts jedoch aus, um die Landshuter Umgebung trotz der vielen Natur nicht mehr als Wohnort zu empfehlen. Die bisherigen Zahlen seien ein "dramatische Ergebnis über das man nicht mehr, aus reiner Geldgier hinwegsehen darf", sagt Ruth Paulig, umweltpolitische Sprecherin der Grünen im bayerischen Landtag. Für sie steht fest, dass Siedewasserreaktoren, wie Isar I einer ist, die Umwelt am meisten belasten. "Die Strahlenexposition ist in ihrer Umgebung am größten. Höchste Zeit sie endgültig still zu legen und den Uraltreaktor Isar I am besten sofort." In diesem Zusammenhang forderten die Grünen die Bundesregierung in einem Dringlichkeitsantrag vom 11. Dezember 2007 auf, die atomrechtliche Genehmigung für das oberbayerische Kraftwerk bis 2011 zu widerrufen. Der Antrag bezieht sich auch auf die erheblichen Sicherheitsmängel von Isar I. Der Reaktor gehört zu dem ältesten noch betriebenen Typ in Deutschland.

Deutliche Sicherheitslücken

Diese Baulinie weist deutliche Sicherheitsdefizite auf und eine besondere Häufung von Störfällen. Zudem gehört Isar I zu den durch Flugzeugabstürze besonders verwundbaren Atomkraftwerken. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Gesellschaft für Reaktorsicherheit aus dem Jahr 2003. Danach ist Isar I nicht ausreichend gegen Angriffe mit Passagierflugzeugen gesichert. Sehnsüchtige Blicke gen Himmel, sich fragend, zu welchem Traumziel der Flieger wohl gerade fliegen mag, sind in Landshut fast schon automatisch mit der Hoffnung verbunden, dass er dort auch hinfliegen möge. Würden Terroristen in München ein Flugzeug kapern und es zum Zweck eines Anschlags auf Isar I steuern, hätten sie bei der geringen Distanz zum Flughafen bereits nach 12 bis 15 Sekunden ihr Ziel erreicht, ergab eine Studie des bayerischen Wirtschaftsministeriums. Die CSU brachte hier den schönen Vorschlag, den Reaktor einfach einzunebeln. Ob dies in zwölf Sekunden zu bewerkstelligen ist? Bei schlechtem Wetter wäre es ja auch gar nicht so auffällig.

nic
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.