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Außergewöhnliche Vorsichtsmaßnahmen in London: Raketen auf Wohnhaus sollen Olympische Spiele schützen

Um den Luftraum über dem Olympischen Park sichern zu können, sollen Soldaten auf einem Londoner Wohnhaus stationiert werden - mitsamt einiger Luftabwehrraketen.

Die Bewohner eines Wohnblocks im Osten Londons werden womöglich während der Olympischen Spiele im Sommer mit Luftabwehrraketen auf ihrem Dach leben müssen. Es werde erwogen, ein Raketensystem und zehn Soldaten für zwei Monate auf dem Haus zu stationieren, hieß es in einem am Samstag an die Hausbewohner verteilten Schreiben. Das Verteidigungsministerium erklärte, es sei eine Reihe möglicher Orte für die Stationierung der Raketen ausgewählt, aber noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden.

Der Journalist Brian Whelan, der in dem Wohnblock im Stadtteil Bow lebt, sagte der Nachrichtenagentur AFP, es werde zunächst einen Testlauf geben. Sollte dieser erfolgreich sein, würden die Raketen gemeinsam mit den Soldaten auf dem Haus stationiert. Whelan beklagte, dass die Bewohner nicht vorab konsultiert worden seien. In ihrem Schreiben begründen die Behörden die Wahl des Wohnblocks mit dem guten Ausblick auf den "gesamten Himmel über dem Olympischen Park". Die Raketen sollten nur im Fall einer "extremen Bedrohung" eingesetzt werden.

Zum Schutz der Olympischen Spiele, die am 27. Juli beginnen, werden insgesamt mehr als 40.000 Sicherheitskräfte eingesetzt. Sicherheitsvorkehrungen sind seit der blutigen Geiselnahme von israelischen Sportlern bei den Olympischen Spielen 1972 in München ein Schlüsselanliegen der Veranstalter des Sportereignisses. Im Juli 2005, einen Tag nach Bekanntgabe der Vergabe der Spiele an London, wurden in der britischen Hauptstadt bei Selbstmordanschlägen auf U-Bahnen und einen Bus 52 Menschen getötet.

AFP / AFP