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Australien: Skandal-Politiker nach 100 Jahren exhumiert

In Adelaide ist das Grab eines Skandal-Politikers 100 Jahre nach dessem Tod geöffnet worden. Grund für die ungewöhnliche Aktion: ein Vaterschaftstest. Zwei Geschwister möchten wissen, ob sie Nachfahren des Politikers sind.

Ein wegen seiner Affären skandalumwitterter australischer Politiker ist 100 Jahre nach seinem Tod für einen Vaterschaftstest exhumiert worden. Ein prominenter Geschäftsmann und seine Schwester aus Adelaide wollen wissen, ob sie Nachfahren von Charles Cameron Kingston sind, berichtete die Zeitung "Adelaide Advertiser". Die Behörden gaben ihrem Antrag statt. Die beiden hätten persönliches und historisches Interesse angemeldet.

Allerdings könne es ein Jahr dauern, bis das Ergebnis des DNA-Tests vorliegt, berichtete die Zeitung. Wie der Vorsitzende des Anwaltsverbandes, Grant Feary, mitteilte, seien Erbansprüche zudem unwahrscheinlich.

Kingston war von 1893 bis 1899 Premierminister im Bundesstaat South Australia. Er führte dort das Frauenrecht ein und gründete eine Landesbank, doch war er vor allem wegen seiner außerehelichen Eskapaden in den Schlagzeilen und wurde von der feinen Gesellschaft gemieden. Kingstons Ehe blieb kinderlos. Er adoptierte mit seiner Frau eines seiner außerehelich gezeugten Kinder, Kevin, der allerdings 1902 mit 29 Jahren starb. Er soll aber mehrere weitere Kinder gezeugt haben. Außer der Leiche von Kingston wurden die sterblichen Überreste von zwei weiteren Personen exhumiert.

AP / AP
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