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Bárdarbunga Vulkan: Island verhängt nach Lava-Eruption Flugverbot

Warnstufe "Rot" in Island: Seit Tagen wurden am Bárdarbunga Vulkan Erschütterungen gemessen, nun kam es zu einer Lava-Eruption. Flugzeuge müssen daher einen großen Bogen um das Gebiet machen.

Die Eisdecke des auf dem Bárdarbunga Vulkan gelegenen Vatnajökull-Gletschers soll bisher nicht zum Schmelzen gebracht worden sein

Die Eisdecke des auf dem Bárdarbunga Vulkan gelegenen Vatnajökull-Gletschers soll bisher nicht zum Schmelzen gebracht worden sein

Nach einer kleinen Lava-Eruption am Vulkan Bárdarbunga haben die isländischen Behörden die Warnstufe für den Luftverkehr auf die höchste Stufe "Rot" hinaufgesetzt. Flugzeuge dürften daher in einem großen Radius rund um den Vulkan nicht fliegen, wie der isländische Rundfunksender RUV am Samstag berichtete. Die Flughäfen auf Island blieben aber weiter geöffnet. Bereits seit Tagen waren Erschütterungen in dem Gebiet registriert worden.

2010 hatte ein Ausbruch des isländischen Gletschervulkans Eyjafjallajökull den Flugverkehr in weiten Teilen Europas lahmgelegt. Mehr als 100.000 Flüge fielen aus. Auch der Tourismus auf Island kam weitgehend zum Erliegen.

Gletschereisdecke bisher nicht beschädigt

Auf der Spitze des Vulkans Bárdarbunga befindet sich der Vatnajökull-Gletscher. Die Region ist wegen dieses Gletschers - des größten Islands - bei Touristen sehr beliebt. Dessen Eisdecke sei jedoch nicht zum Schmelzen gebracht worden, sagte Theodor Hervasson, der für die Warnhinweise des isländischen Wetterdienstes verantwortlich ist. Nach Angaben der Polizei mussten trotzdem einige Touristen nördlich des Bárdarbunga in Sicherheit gebracht werden. Die Bewohner in der Region wurden zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen, mussten ihre Häuser aber nicht verlassen.

Ein Flugzeug der Küstenwache überfliege die Region, um Daten zu sammeln, teilte das Meteorologische Institut auf Island mit. "Es hat bislang keine Aktivität auf der Oberfläche des Gletschers festgestellt", hieß es aus der Forschungsabteilung des Instituts. Es gebe keine Zeichen von Explosionen.

Die europäische Flugsicherung Eurocontrol erklärte, sobald es zu einem Ausbruch komme, werde das Beratungszentrum für Vulkanasche in London Vorhersagen über die Aschekonzentration in der Atmosphäre machen. Daraufhin dürften die Behörden für die zivile Luftfahrt Hinweise herausgeben. Eine Änderung von Flugplänen und -routen läge Eurocontrol zufolge aber in der Verantwortung der Fluggesellschaften.

400 Erdbeben binnen weniger Stunden

Bereits in der Nacht zum Freitag waren an dem Vulkan Erschütterungen gemessen worden. Innerhalb weniger Stunden waren nach den damaligen Angaben des Meteorologischen Instituts 400 Erdbeben registriert worden.

Aus Angst vor einem Vulkanausbruch hatten die Behörden bereits am Dienstag das Gebiet nördlich des Bárdarbunga evakuiert. Sie befürchteten, dass bei einer Eruption Gletschereis schmelzen und Überschwemmungen auslösen könnte. Straßen wurden geschlossen, Wandern wurde verboten. Die Warnstufe für den Vulkan war am vergangenen Montag zunächst auf die zweithöchste Stufe "orange" gesetzt worden.

Auf Island sind gut 30 Vulkane aktiv. Die Insel mit ihren rund 317.000 Bewohnern erlebt im Durchschnitt alle fünf Jahre einen Vulkanausbruch.

mod/DPA/Reuters/AFP / DPA / Reuters