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Peinliche Posse In Bad Segeberg fallen seit Monaten Straßenlaternen aus - und keiner kann sie reparieren

Bad Segeberg - Warum kann keiner die Straßenlaternen reparieren
In Bad Segeberg seit Monaten keine Selbstverständlichkeit: eine leuchtende Straßenlaterne (Symbolbild).
© Picture Alliance
Böse Zungen spotten schon über "Dunkel-Segeberg" - denn seit Monaten ist in Teilen der Innenstadt die Beleuchtung ausgefallen. Und die Stadt schafft es einfach nicht, die Leuchten wieder in Gang zu kriegen.

"Die Straßenbeleuchtungsanlagen gehören zur kommunalen Daseinsvorsorge und dienen dem allgemeinen Sicherheitsbedürfnis (...). Sie haben die Aufgabe, den Verkehr zu sichern (Gefahrenabwehr) sowie der Förderung der örtlichen Gemeinschaft zu dienen." So ist es nachzulesen auf der Web-Seite der Stadt Bad Segeberg in Schleswig-Holstein. Dem "Sicherheitsbedürfnis" ihrer Bürger kann die Kommune derzeit aber nur bedingt gerecht werden - zumindest in Teilen ihrer Innenstadt. Denn schon seit Monaten sind in einigen Straßenzügen die Straßenleuchten ausgefallen - und die Stadt ist, kaum zu glauben, aber wahr, bisher nicht in der Lage, diese zu reparieren.

So hat sich die Stadt der Karl-May-Festspiele inzwischen einen ungeliebten Beinamen erarbeitet: "Dunkel-Segeberg". Denn spätestens seit die Weihnachtsbeleuchtung wieder abgehängt wurde, ist der mindestens seit Oktober bestehende Licht-Mangel augenfällig, wie unter anderem die "Lübecker Nachrichten" (LN) berichten. Vor allem Besucher und Bedienstete der Gaststätten in der Innenstadt beklagen die Dunkelheit, fühlen sich unwohl oder "haben einfach Angst", wie die örtliche FDP laut dem "LN"-Bericht konstatiert.

Bad Segeberg: Wartungsfirma nimmt Wissen mit

Was ist da los? Ist die Stadtverwaltung so unterbelichtet, dass keiner ein paar Glühbirnen zum Leuchten bringen kann? Die Antwort: Die Stadt hat keinen Schimmer, wo sie den Fehler suchen soll. Denn eine Wartungsfirma, die jahrelang für die Beleuchtung in Bad Segeberg zuständig war, hat bereits Ende 2017 diesen Geschäftszweig eingestellt. Wie sich mit der Zeit herausstellte, war über die Jahre der Stromkreislauf der Lampen kaum oder gar nicht dokumentiert worden. Heißt auch: Die Mitarbeiter der Wartungsfirma nahmen ihr Wissen mit und in der Verwaltung tappt man nun buchstäblich im Dunkeln.

"Wir haben praktische Kabelprobleme an zwei Stellen", stellt Bauamtsleiterin Antje Langethal im Interview mit RTL fest. "Da sind die Kabel kaputt und der Fehler muss erst gefunden werden." Das gleicht der Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen - und ein örtlicher Elektriker sei an der Aufgabe bereits gescheitert, heißt es weiter. Inzwischen - mehr als ein Jahr nach dem Ausstieg der Wartungsfirma - hat die Stadt einen Experten beauftragt, mit einem speziellen Messwagen die fehlerhaften Kabel ausfindig zu machen. Trotzdem werden die Segeberger noch einige Wochen mit ihrer dunklen Innenstadt leben müssen, ehe ihnen wieder ein Licht den Weg leuchtet.

Städtische Stelle für Elektro-Meister

Dass sowas künftig nicht mehr passieren wird, kann allerdings niemand garantieren. Amtsleiterin Langethal verbindet daher laut "Lübecker Nachrichten" ihre Hoffnungen mit der generellen Umstellung auf LED-Leuchten. Das 150.000-Euro-Projekt, durch das ein Gros der Stromkosten für die städtische Beleuchtung eingespart werden soll, soll über mehrere Jahre laufen. Arbeit genug für eine Elektrofachkraft, für die die Stadt nun eine neue Stelle ausgeschrieben hat. Der Elektriker soll sich dauerhaft um die städtischen Lampen kümmern. Auf dass den Bad Segebergern künftig schnell wieder ein Licht aufgeht, wenn es mal Probleme gibt.

dho

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