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F. Behrendt: Der Guru der Gelassenheit: Alle Jahre wieder: Die Rückkehr zum Kalkberg

1975 erlebte Frank Behrendt als Junge mit seinen Geschwistern und Eltern Old Surehand bei den Karl-May-Festspielen im Schleswig-Holsteinischen Bad Segeberg. Ein Erlebnis, dass er nie vergessen hat. 42 Jahre später saß er mit seinen eigenen Kindern vor ein paar Tagen wieder im Publikum und hatte das Gefühl einer Zeitreise.

Als ich meine Frau kennenlernte, lief die erste Staffel "Deutschland sucht den Superstar" im Fernsehen. Dieter Bohlen machte seine Sprüche und es gewann ein netter junger Mann namens Alexander Klaws. Der hat das Glitzerhemd von damals inzwischen in einen Wildlederanzug getauscht und gibt den Old Surehand auf der berühmten Freilichtbühne im hohen Norden.

Ich weiß noch, wie mein Bruder und ich alle Vinyl-Schallplatten von "Europa" mit den Abenteuern von Winnetou und seinen Freunden hatten, auf denen vorne drauf jeweils ein Foto der Bad Segeberger Aufführung prangte. Als wir dann erstmals live am Kalkberg zuschauten, waren wir für zweieinhalb Stunden im Wilden Westen, wollten nicht wieder weg und jedes Jahr wieder hin. Diese Tradition gibt es in vielen Familien.

Das Gute gewinnt immer

Und so pilgern auch heute noch weit über 350.000 Menschen aller Altersklassen an den Kalkberg und brechen kollektiv in Jubel aus, wenn die berühmte Winnetou-Melodie, komponiert von Martin Böttcher, beim ersten Auftritt des edlen Apachenhäuptlings im weiten Rund der Arena erklingt. "Das Sprechtheater der frühen Jahre hat sich in ein modernes Familientheater mit rasanten Inszenierungen voller technischer Raffinessen verwandelt", schreibt Festspielchefin Ute Thienel im prächtigen Programmheft. Aber eines ist unverändert geblieben, und begeistert meine Kinder heute genauso wie mich damals als Zuschauer: Die magischen Momente und das Ende, bei dem garantiert immer die Guten gewinnen.

Als die kleinen Zuschauer nach der Vorstellung alle Schauspieler am Bühnenrand abgeklatscht und Bündelweise Mohrrüben für die Pferde übergeben hatten, trafen wir beim Hinausgehen unter dem großen hölzernen Eingangstor eine echte Legende: Harald Wieczorek gehört mittlerweile im fünften Jahrzehnt zum Ensemble der Karl-May-Festspiele.

Der 68-Jährige mit den langen weißen Haaren freute sich, als wir ihm für die tolle Vorstellung dankten. Er klopfte mir krachend auf die Schulter und sagte mit seiner durchdringenden Stimme: "Dankeschön, wir machen auch in den nächsten 50 Jahren genau so weiter."

Ich werde auch in den kommenden Jahren weiter an den Kalkberg pilgern. Aber bis es wieder so weit ist, geht es im August mit der Familie zunächst nach Elspe ins Sauerland. Auch da wird jedes Jahr dem Mayster gehuldigt. In diesem Jahr gibt es "Winnetou I – Die Geschichte einer großen Freundschaft". Die habe ich dort als Kind auch schon gesehen. Und Traditionen wollen schließlich gepflegt werden.

www.karl-may-spiele.de und www.elspe.de

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.