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Berlin Polizei rückt in besetztes Haus vor: Darum eskaliert die Lage in der Rigaer Straße

Sehen Sie im Video: Darum eskaliert die Lage am besetzten Haus in der Rigaer Straße.




Eigentlich ist es nur eine einfache Brandschutzprüfung, die in diesem Wohnhaus durchgeführt werden soll. Bei einem teilweise besetzten Haus, wie diesem im Berliner Bezirk Friedrichshain, gestaltet sich das aber durchaus schwierig. Denn die Hausbesetzerinnen und -besetzer wollen die Brandschutzprüfer nicht reinlassen. Polizeisprecher Thilo Cablitz: "Unser Auftrag ist ganz klar umrissen, wir haben einen Schutzauftrag gegenüber dem Brandschutzprüfer. Das ist auch das Einzige, was wir heute wahrnehmen werden. Das heißt, wir begleiten ihn gegebenenfalls, wenn es erforderlich ist, und wir schützen ihn gegen Angriffe."
Das Bezirksamt hatte bereits im vergangenen Jahr die Hausverwaltung aufgefordert, Mängel beim Brandschutz zu beheben. Die Eigentümerin des Hauses ist die Lafone Investments Ltd., eine Firma mit Sitz in London. Bisher konnte sie die Prüfung noch nicht durchführen. Die Besetzerinnen und Besetzer haben das Haus mit schwerem Gerät abgeriegelt. Immer wieder gibt es Angriffe auch auf Polizistinnen und Polizisten, wie am Donnerstag bei der Begehung: "Es gibt Widerstandshandlungen. Am Anfang war es das Entleeren eines Feuerlöschers am Durchgang, was zu Atemwegsreizungen bei acht Kolleginnen und Kollegen geführt hat. Im Weiteren hat man auch Pyrotechnik gezündet, auch in diesen engen Räumlichkeiten, sodass 13 weitere Kolleginnen und Kollegen jetzt ein Knalltrauma haben."
Bereits am Dienstag hatten bisher unbekannte Täterinnen oder Täter ein Feuer auf der Kreuzung gelegt und die Einsatzkräfte unter anderem mit Steinen beworfen. "60 Kolleginnen und Kollegen, mehr als 60 Kolleginnen und Kolleginnen, (wurden) verletzt, zwei darunter so schwer, dass sie ins Krankenhaus gebracht wurden, ein Kollege von den beiden wiederum mit dem Verdacht einer Gehirnerschütterung." Die Bewohner wollen ein klares Zeichen gegen Gentrifizierung setzen. Die meisten Häuser in dem Viertel rund um die Rigaer Straße wurden nach der Wiedervereinigung im Jahr 1990 besetzt. In den letzten 30 Jahren hat sich die Nachbarschaft aber enorm gewandelt. Nachbarinnen und Nachbarn des letzten teilweise besetzten Hauses in der Straße klagen seit Jahren über gegen sie gerichtete Anfeindungen und Belästigungen von den Hausbesetzenden.
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Seit Tagen kommt es zu schweren Ausschreitungen rund um ein besetztes Haus in Berlin-Friedrichshain. Warum die Polizei nun in die Rigaer Straße 94 eingedrungen ist – und worum es den Hausbesetzern geht.

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