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Brechdurchfall nach Schulessen: Die rätselhafte Krankheit aus Rüsselsheim

Mehr als 7000 Schüler, Kita-Kinder und Lehrer sind mit einem Magen-Darm-Erreger infiziert. Experten rätseln über die Gründe: Noro-Viren? Salmonellen? Oder gar Gift? Sie geben einem Caterer die Schuld.

Von Jonas Gerding

Der Tag beginnt wie ein ganz normaler Schultag. In zwei Tagen beginnen die Herbstferien an einer Grundschule in Berlin Mitte. Zum Mittagessen wird Fisch auf die Teller der Kinder geschaufelt. Sie spachteln, albern, ausgelassen. Alles wie gewöhnlich. Doch bald darauf übergeben sich die ersten. Übelkeit, Durchfall - Warum bloß? Der Schulleiter telefoniert mit dem zuständigen Schulamt. 40 seiner 350 Kinder sind krank. Die Zeichen verdichteten sich, dass es sich hier nicht um die klassische Grippe-Welle handelt: Ein aggressiver Noro-Virus könnte seine Schüler befallen haben, wahrscheinlich durchs Schulessen übertragen.

Doch auch am folgenden Tag bleibt weiterhin vieles unklar. Er ist verunsichert. Wer mit ihm in der Schule sprechen will und nicht zu den Eltern gehört, wird vor die Tür gesetzt. Bloß keine Öffentlichkeit, bloß keine Panik verbreiten. "Mal wieder werden wir Schulen alleine gelassen", sagt er.

Derweil rätseln Experten, was dahinter steckt. Noro-Viren? Oder vielleicht Salmonellen? Oder gar Gift?

Tausende Kranke, viele Fragen und keine Antwort

Doch nicht einmal die offiziellen Stellen wissen genau, was geschehen ist. Fakt ist: Am Dienstag sind die ersten Kinder an dem Brechdurchfall erkrankt. Bis zum Freitag meldeten sich Schulen und Kitas in fünf Bundesländern. Doch schon bei den genauen Zahlen beginnt die Ungewissheit. Mindestens 4600 Fälle seien es, alarmiert das Robert-Koch-Institut. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur DPA liegt die Zahl am Freitagabend bereits bei 7000. Unter Leitung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wurde eine Bund-Länder-"Task-Force" eingerichtet, die mit den Gesundheitsbehörden die Aufklärung vorantreiben will.

Rund 400 waren es allein in Berlin - bis gestern. Jetzt schießen die Zahlen in die Höhe: Über 2000 kranke Kinder zählen die Ämter. Tendenz: steigend. Aus Sachsen-Anhalt wurden 90 Erkrankungen gemeldet - in Kitas und Schulen, die alle vom gleichen Anbieter beliefert wurden. Außerdem habe es 60 Fälle eine Behindertenwerkstatt im Wolmirstedt und einem dazugehörigen Kindergarten in Barleben (beides Börde) gegeben. Diese Einrichtungen haben jedoch eigene Küchen.

In der Regel verläuft die Krankheit glimpflich und nach zwei bis drei Tagen sind die Kinder wieder auf den Beinen sind. Drei Kinder mussten jedoch bereits stationär im Krankenhaus behandelt werden, erklärt die Berliner Senatsverwaltung. Den Gesundheitsbehörden fiel eins sofort auf: Die erkrankten Kinder haben die Speisen vom selben Caterer gegessen, dem Rüsselsheimer Unternehmen "Sodexo". Die Firma beliefert bundesweit Großküchen, die wiederum an Schulen und Kindergärten das Mittagessen servieren.

Der beschuldigte Caterer streitet alles ab

Auch die Berliner Schule mit den 40 kranken Kindern steht auf deren Kundenliste, erklärt Ulrich Davids, der Stadtrat im zuständigen Berliner Schulamt. Auch in zwei weiteren Schulen in seinem Bezirk ist die Krankheit ausgebrochen. "Mir war sofort klar, welche das waren", sagt er. Ein Blick auf die Kundenliste des Caterers genügte ihm. Nur: Der streitet erwartungsgemäß alles ab. Es würden nun einmal sehr viele Kinder in diesem Land seine Speisen serviert bekommen. Klar, dass da der Finger schnell auf seine Firma gezeigt wird. Schierer Zufall?

Nein, wirft die deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene ihm vor: "Auf jeden Fall muss es einen Hygienefehler in der Produktion gegeben haben", sagt Vorstandsmitglied Klaus-Dieter Zastrow. Auch Salmonellen könnten ihm zufolge der Erreger sein. Oder gar Gift, wie die Infektionsschützer der Berliner Gesundheitsverwaltung fürchten. Überall reagierten die Schulen und Kindergärten heute unterschiedlich: Manche blieben offen, andere schlossen früher oder blieben ganz dicht.

Essens-Stopp für den Caterer

In Berlin Mitte, dem Bezirk der Schule mit den 40 erkrankten Kindern, versucht Stadtrat Davids die Krise zu koordinieren. Gestern hatte er die Schulen über die Krankheit informiert und ihnen diktiert: sofort alle Eltern informieren! Kinder mit Brechdurchfall zum Hausarzt schicken! Und das oberste Gebot: Vorerst darf kein Mittagessen von der Firma "Sodexo" auf die Teller kommen.

mit Agenturen
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.