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Carl Diem: Für Führer und Vaterland?

Die "Vaterfigur des deutschen Sports" Carl Diem ist seit längerem in der Diskussion wegen seiner Rolle im Nationalsozialismus. Wie jetzt in Würzburg spaltet die hitzige Debatte Befürworter und Gegner des Sportfunktionärs.

Das Denkmal Carl Diem bröckelt. Der 1962 verstorbene Erfinder der Bundesjugendspiele und Hauptorganisator der Olympischen Spiele 1936 steht als Namenspatron nun auch in seiner Heimatstadt Würzburg zur Diskussion. Seit Wochen schlägt die emotional geführte Auseinandersetzung hohe Wellen. Stein des Anstoßes ist Diems umstrittene Rolle während der Nazi-Zeit. "Die Frage ist, ob sich Diem auch in der heutigen Zeit als Vorbild für die junge Generation eignet", sagt Oberbürgermeisterin Pia Beckmann (CSU). Der Stadtrat will am Donnerstag entscheiden, ob die nach Diem benannte Veranstaltungshalle und Sportlerplakette umbenannt werden sollen.

"Vaterfigur des deutschen Sports"

Schon zwei Mal (1989 und 1996)scheiterten Versuche Würzburger Diem-Kritiker. Vor allem Sportvereine wehren sich vehement, die "Vaterfigur des deutschen Sports" und Gründer der Deutschen Sporthochschule Köln vom Sockel zu stoßen und den Namen Diem aus dem Erscheinungsbild der Stadt zu tilgen. Ein Experten-Hearing im Rathaus sollte am Montagabend den Klärungsbedarf zur Person Diems stillen - doch so mancher Stadtrat hat auch nach der dreieinhalbstündigen Diskussion noch Klärungsbedarf. "Ich könnte als Stadtrat nur den Schluss ziehen, dass man davor warnen muss, Wissenschaftlern alles zu glauben", bilanzierte einer der Experten, der Diem-Schüler und emiritierte Sportwissenschaftler der Uni Tübingen, Ommo Grupe. Je nach Perspektive gebe es über den gleichen Sachverhalt unterschiedliche Auffassungen.

Der Leiter des Diem-Archivs an der Sporthochschule Köln, Karl Lennartz, unterstrich Diems Verdienste um den Sport. Diem sei weder Antisemit noch Rassist, Militarist oder Nationalsozialist gewesen, betonte Lennartz. Grupe, ebenfalls "Diem-Befürworter", kam zu dem Ergebnis: "Unter Berücksichtigung seiner Lebensleistung besteht kein Grund, seinen Namen zu tilgen." Diem sei kein Rassist gewesen, sondern habe Zeit seines Lebens internationale Kontakte gepflegt. Gleichzeitig räumte Grupe ein, dass Diem sich ein Stück weit angepasst und sich einer Kampfes- und Kriegsrhetorik bedient habe.

"Diem war Mittäter"

Sporthistoriker Lorenz Peiffer von der Universität Hannover sieht Diem klar in die Machenschaften des NS-Regimes verstrickt. "Diem war nicht Opfer der Nationalsozialisten, sondern Mittäter." Er habe sich zum Handlungsgehilfen der Gleichschaltung gemacht. Diems Lebensweise sei undemokratisch, rassistisch, inhuman und nationalistisch geprägt. Der Göttinger Sportwissenschaftler Wolfgang Buss sprach von einem "exponierten Wirken" Diems im Nationalsozialismus und einer hochgradigen Einbindung in das NS-Regime.

Diem war zwar kein NSDAP-Mitglied, bewarb sich Dokumenten zufolge aber als Reichssportführer. Er war mit dem Aufbau des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen beauftragt und im Ausland als NS-Reichssport-Gauleiter tätig. "Diem gehörte zu den generellen Unterstützern", sagte Buss. "Er war kein Faschist oder überzeugter Nationalsozialist, aber ein radikal überzeugter Aktivist, dem für die von ihm forcierte Sache des Sports beinahe alle Mittel recht waren."

Rede auf dem Reichssportfeld

Diem hielt unbestrittenermaßen zahlreiche Vorträge im Rahmen der Wehr- und Truppenbetreuung. Auf Kritik stieß vor allem seine Rede vor der Hitlerjugend am 18. März 1945 auf dem Berliner Reichssportfeld. Das Landgericht Darmstadt hielt im Januar 2002 fest, dass Diem damals Jugendliche sinngemäß zum finalen Opfergang für Führer und Vaterland aufgerufen hat. Der genaue Wortlaut der Rede ist nicht mehr zu rekonstruieren, es ist nur noch ein Stichwortzettel vorhanden.

Mehrere Städte haben ihre nach Diem betitelten Straßen, Hallen oder Schulen bereits umbenannt. Andere haben Diem als Namensgeber beibehalten. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) benannte 2001 den seit 1964 verliehenen "Carl-Diem-Schild" in "DLV-Schild" um. In Würzburg erwarten Beobachter eine knappe Entscheidung. Möglicherweise strebt der Stadtrat aber auch ein Kompromiss an, ein gemeinsames Diem-Gutachten des Deutschen Sportbundes, der Kölner Sporthochschule und des Nationalen Olympischen Komitees. Wann dieses vorliegen soll, ist unklar. Kritiker zweifeln aber schon jetzt dessen Neutralität an.

Claudia Möbus / DPA
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.