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Casper gegen Pegida: "Meine Lieder bekommt ihr nicht!"

Das Lied "Der Druck steigt" von Casper gehört zum musikalischen Repertoire auf den Demonstrationen von Pegida. Doch dem Sänger gefällt das gar nicht. Er fordert: "Singt eure eigenen Lieder!"

Musiker Casper ist alles andere als begeistert, dass Pegida sein Lied spielt

Musiker Casper ist alles andere als begeistert, dass Pegida sein Lied spielt

"Der Druck steigt. Wir holen zurück was uns gehört." Eine Zeile wie gemacht für Pegida. Deutsches Liedgut – und dann auch noch mit einem Text, der sich auf die eigenen Ideologien beziehen lässt. Und so hört man auf den Demonstrationen der Anti-Islam-Bewegung immer wieder das Lied "Der Druck steigt" des Musikers Casper.

"Wir scheitern immer schöner, sind Versager mit Stil! Haben nicht viel. Ausgenommen, Leitfiguren. (…) Sind nicht schön, sind nicht reich, wird ein harter Kampf da rauszukommen (…) Besser den Frust Aufstauen und Drinzulassen. Scheint in Zeiten einfach keinen Sinn mehr, noch Sinn zu machen (…) Der Traum stark wie nie. Raus auf die Straßen ziehen."

Worte, die in ihrem Ursprung eine andere Intention haben, und die Casper auch nicht in einem Zug mit Pegida hören möchte oder gar aus den Mündern der Anhänger. Auf Facebook nimmt er jetzt Stellung und spricht sich klar gegen die Werte von Pegida aus. "Grundsätzlich freue ich mich natürlich über jeden, der meine Musik mag und hört, aber hiervon möchte ich mich eindeutig distanzieren." Insbesondere Ausländerfeindlichkeit ist für den Deutsch-Amerikaner ein Tabu, wie er zu verstehen gibt: "Der Druck steigt tatsächlich, aber nicht so, wie Pegida sich das vorstellt. Überall in Deutschland regt sich Widerstand – gegen Pegida und ihre Ideologie. Für ein faires und tolerantes Miteinander der Ethnien und Religionen. Kein Mensch ist illegal."

Damit stellt er sich in eine Reihe mit Roland Kaiser. Auch dessen Musik wurde von Pegida-Anhängern gerne auf ihren montäglichen Abendspaziergängen gesungen. Doch der Schlagersänger erteilte der Bewegung eine klare Absage. Ein harter Schlag für Pegida-Mitbegründerin Kathrin Oertel: "Ich war ein großer Fan von Ihnen. Aber sie haben sich politisch verkauft!" Und nun die nächste Pleite auf der Suche nach einer inoffiziellen Hymne für das Pegida-Volk. Dabei dürfte sich insbesondere Frau Oertel in der Textzeile "Tragen Schwarz, jeden Tag, bis es was dunkleres gibt. Reden viel, sagen nichts" gefunden haben.

Doch auch die Anhänger der Bewegung sind nicht begeistert von Caspers Statement. Unter seinem Kommentar finden sich, neben vielen ihm und seiner Meinung wohlgesonnenen Antworten auch durchaus bissige Pro-Pegida Aussagen, wie "Besser als multikulti und deren Gewalt auf den Straßen" oder "Es geht nicht darum, dass der ein oder andere Mensch illegal ist sondern, dass es viel zu viele werden und du wirst schon noch mitbekommen wie sich die Pegida weiterentwickelt, denn das Arbeitervolk lässt sich nicht unterdrücken, du Spinner!"

Und so ist es nicht verwunderlich, wenn Casper zurückholt, was ihm gehört und sagt: "Schreibt und singt eure eigenen Lieder, meine bekommt ihr nicht."

Stephanie Beisch