China Eine Million Menschen auf der Flucht

Bei Überschwemmungen und Erdrutschen in China sind bislang 78 Menschen getötet worden. Zehntausende Häuser wurden beschädigt und große Ernteschäden angerichtet. Rund 1,4 Millionen Menschen fliehen vor den Fluten.

Nach dem verheerenden Erdbeben droht den Menschen in Südwestchina neue Gefahr: Aus Angst vor Bergrutschen durch Unwetter, bei denen landesweit schon 78 Menschen ums Leben gekommen sind, müssen rund 50.000 Menschen im Erdbebengebiet in Zeltstädte umsiedeln. Zahlreiche Dörfer und Gemeinden in gefährlichen Hanglagen im Kreis Wenchuan (Provinz Sichuan) müssten geräumt werden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Die Gegend, wo am 12. Mai das Epizentrum des Erdbebens mit voraussichtlich mehr als 80.000 Toten lag, wird heute noch von Nachbeben heimgesucht. Mit den Erdstößen und heftigen Niederschlägen steigt das Risiko, dass die ohnehin gelockerte Erde an Berghängen abrutscht und Siedlungen unter sich begräbt.

In Südchina haben die heftigen Unwetter und Überschwemmungen zehntausende Häuser beschädigt und große Ernteschäden angerichtet. Mehr als 45 000 Häuser seien eingestürzt und weitere 140.000 beschädigt worden, berichtete das Verwaltungsministerium laut Tageszeitung "China Daily". Die wirtschaftlichen Schäden stiegen auf mehr als 10 Milliarden Yuan (umgerechnet eine Milliarde Euro). Die Ernte auf rund 900.000 Hektar wurde vernichtet.

18 Millionen Menschen in neun Provinzen und Regionen im Süden sind betroffen. Rund 1,4 Millionen Menschen sind vor den Fluten auf der Flucht oder bei Evakuierungen in Sicherheit gebracht worden. In der Südprovinz Guangdong droht neue Gefahr, wenn die Hochwasserwellen auf den großen Flüssen Beijiang und Xijiang am Montag bei der Stadt Foshan aufeinandertreffen werden. Die heftigen Regenfälle sollen diese Woche noch anhalten.

Bei den Unwettern und Überschwemmungen sind in Südchina nach amtlichen Angaben in den vergangenen zehn Tagen 57 Menschen ums Leben gekommen, während in Nordchina in der Provinz Shanxi 19 Arbeiter bei einem Bergrutsch verschüttet und getötet wurden. In der Nordwestprovinz Gansu kamen zwei weitere Menschen bei sintflutartigen Regenfällen in der Stadt Longnan ums Leben, wie Xinhua berichtete.

DPA DPA

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