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Massaker in Haftanstalt Mindestens 20 Tote in Ecuador bei Kämpfen zwischen Häftlingen in Gefängnis

Polizisten bei Auseinandersetzungen in der Haftanstalt Guayas N1
Polizisten bei Auseinandersetzungen in der Haftanstalt Guayas N1 im November 2021. Blutige Kämpfe in Gefängnissen sind in dem Land keine Seltenheit.
© Juan Diego Montenegro / Picture Alliance
20 Insassen ermordet, fünf davon brutal verstümmelt – eine blutige Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Drogenbanden in einer Haftanstalt in Ecuador hat erneut Todesopfer gefordert.

Bei Kämpfen in einem Gefängnis in Ecuador sind mindestens 20 Insassen getötet worden. Erst nach dem Einsatz von 800 Polizisten und 200 Soldaten sei die Lage in der Haftanstalt der südecuadorianischen Stadt Cuenca wieder "unter Kontrolle", sagte Innenminister Patricio Carrillo am Sonntag vor Journalisten. Doch einige Häftlinge seien weiterhin bewaffnet.

Ecuador: Brutalität der Clan-Kriege

Die Gewalt war nach Angaben des Ministers in der Nacht zum Sonntag im Hochsicherheitstrakt der Haftanstalt El Turi ausgebrochen. Stunden später verschanzten sich auf den Dächern des Gefängnisses immer noch Häftlinge. Die Blöcke sollten nun einzeln geräumt und die Waffen beschlagnahmt werden, sagte Carrillo.

Hintergrund der Kämpfe sei der Versuch einer Drogenbande gewesen, die vollständige Kontrolle in dem Gefängnis zu übernehmen, sagte er weiter. Dagegen hätten sich einige "Zellen" gewehrt. Die Kämpfe wurden offenbar mit großer Brutalität geführt. Laut dem Innenminister wurden mindestens fünf Opfer verstümmelt. Er forderte eine strenge Bestrafung der Urheber der Gewalt. 

Brutale Kämpfe in Gefängnissen keine Seltenheit

In den chronisch überfüllten Gefängnissen des südamerikanischen Landes kommt es immer wieder zu Ausschreitungen zwischen Mitgliedern von Banden, die oftmals auch mit mexikanischen Drogenkartellen in Verbindung stehen. Allein im vergangenen Jahr wurden bei einer Reihe von blutigen Aufständen in Ecuadors Gefängnissen mehr als 300 Häftlinge getötet. 

Das schlimmste Gefängnismassaker in der Geschichte des Landes ereignete sich im vergangenen September in einer Haftanstalt der Hafenstadt Guayaquil, als bei Kämpfen zwischen rivalisierenden Drogenbanden 119 Häftlinge getötet wurden. Nur sechs Wochen später wurden bei neuerlichen Kämpfen in demselben Gefängnis, bei denen die Häftlinge mit Macheten, Schusswaffen und Sprengstoff aufeinander losgingen, 62 Insassen getötet. 

Mit seiner Lage zwischen den bedeutenden Drogenproduzenten Kolumbien und Peru ist Ecuador eine wichtige Drehscheibe für den Drogenschmuggel in die USA und nach Europa. In dem Land nimmt die Zahl der Drogenbanden und damit auch die Gewalt stetig zu.

lhi AFP

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