Entführungsdrama in Griechenland Geiselnehmer geben auf


Die Geiselnahme eines griechischen Linienbuses ist unblutig zu Ende gegangen. Die beiden Männer, die aus Albanien stammen, haben nach und nach alle Geiseln frei gelassen und sich ergeben.

Ohne Blutvergießen ist nach rund 19 Stunden das Geiseldrama in einem Linienbus in Athen zu Ende gegangen. Nach griechischen Medienangaben kamen in der Nacht zum Donnerstag gegen 0.45 Uhr die letzten sechs der ursprünglich 23 Geiseln frei. Die albanischen Kidnapper warfen ihre Waffen aus dem Bus und ergaben sich den schwerbewaffneten Polizeikräften, die in das Fahrzeug eindrangen.

Die Männer waren mit mindestens einem Gewehr bewaffnet. Sprengstoff oder Handgranaten hätten die Täter, die nach offiziellen Angaben seit mehreren Jahren in Griechenland leben und dort auch vorbestraft sind, entgegen ersten Informationen jedoch nicht gehabt. Das Motiv der Entführung sei das Erpressen des Lösegeldes in Höhe von einer Million Euro gewesen.

Kidnapper waren weniger bewaffnet als angenommen

Ein Polizeisprecher sagte, die Sicherheitskräfte seien in den Bus gestürmt, als ihnen klar war, dass die Verbrecher keine Sprengkörper in ihrer Tasche gehabt hätten. Dies hatten die Albaner der Polizei vorgegaukelt.

Die Geiselnehmer hatten am Abend gedroht, den Bus am Donnerstagmorgen um 7.00 Uhr in die Luft zu sprengen, wenn ihre Forderungen nicht erfüllt würden. Außer dem Lösegeld wollten sie nach Russland geflogen werden. Diese Forderung ließen sie jedoch später wieder fallen und verlangten einen neuen Busfahrer. Im Laufe der Verhandlungen mit den Geiselnehmern kamen nach und nach 17 Geiseln frei.

Geiselname dauerte seit gestern an

Die beiden Bewaffneten hatten am Mittwochmorgen gegen 6.00 Uhr Ortszeit den Linienbus in einem Vorort der griechischen Hauptstadt gekapert. Sie stiegen an einer Station in Geraka ein und schossen in die Decke. Der Bus wurde später auf einer nach Athen führenden Straße von der Polizei aufgehalten und umstellt. Dem griechischen Fahrer des Busses, dem Fahrkartenkontrolleur und einem Passagier war am Morgen die Flucht aus dem Fahrzeug gelungen.

Hunderte Polizisten, Scharfschützen und Spezialeinheiten umstellten den Bus und riegelten die Gegend weiträumig ab. Hubschrauber kreisten über dem Tatort. Fernsehbilder zeigten, wie einer der Entführer zwei Warnschüsse aus dem Bus abfeuerte. Vorhänge waren zugezogen, ein Blick auf die Opfer war nicht möglich.

Geiselnehmer wollten nach Albanien

Einer der Gangster, der seinen Namen als Hassan angab, rief per Handy bei einem örtlichen Rundfunksender an und erklärte in gebrochenem Griechisch: "Wir wollen sofort einen Fahrer. Wir wollen zum Flughafen gebracht werden, sonst werde ich die Fahrgäste verletzen." Eine der Entführten sagte dem staatlichen Fernsehen per Handy, sobald der Fahrer eingetroffen sei, wollten die Geiselnehmer alle Frauen freilassen.

Die beiden albanischen Geiselnehmer haben nach Ermittlungen der Polizei den bei Athen gekaperten Autobus in ihr Heimatland entführen wollen. Ziel der beiden 23-Jährigen sei es gewesen, Lösegeld zu erpressen. Sie hatten eine Million Euro gefordert und damit gedroht, den Bus am Donnerstagmorgen zu sprengen.

Vor vier Jahren war eine Busentführung in Griechenland unblutig zu Ende gegangen. Ein als psychisch gestört beschriebener Mann hatte damals einen Touristenbus mit 35 Insassen in seine Gewalt gebracht. Nach einer mehrstündigen Irrfahrt hatte sich der Entführer, der zuvor seine Schwiegermutter und einen 43-jährigen Mann erschossen hatte, ergeben.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker