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Erziehungsmaßnahme an Eliteschule Arrest-Androhung wegen eines Haargummis


Weil ihr Haargummi nicht den Schulfarben entsprach, drohte man an der Gloucester Academy der zwölfjährigen Ann mit Arrest. Eine Mahlzeit wurde der Diabetikerin ebenfalls verweigert.
Von Ellen Ivits

In einer Atmosphäre von Respekt gegenüber anderen Menschen, gegenüber der Umwelt und gegenüber der eigenen Person sollen die Schüler der Eliteschule Gloucester Academy aufwachsen. So bewirbt zumindest die Schule ihr Angebot. Doch gerade Respekt scheint dort vollkommen zu fehlen.

Rose Yates erzählte der lokalen Zeitung "Gloucestershire Echo", welche rücksichtslosen Erziehungsmethoden an der Gloucester Academy praktiziert werden: Weil ihre zwölfjährige Tochter Ann ein Haargummi getragen habe, was nicht den Schulfarben entsprach, wurde ihr mit Arrest gedroht, behauptet die Mutter. Statt Schwarz, Marineblau oder Rot trug ihre Tochter ein Haargummi in Orange und Grün - für die Lehrkräfte ein unzulässiger Regelverstoß. "Sie beklagten sich über die Farben des Haarbandes, was lächerlich ist. Sie verboten ihr, es wieder zu tragen. Anderenfalls würde sie Arrest bekommen", sagt Rose Yates.

Lebensgefahr für Diabetikerin

Die stellvertretende Schulleiterin Jane Featherstone behauptet gegenüber der Zeitung, nichts von dem Vorfall zu wissen, bestätigt jedoch die strikten Uniformregeln der Schule: "Wir haben eine strenge und einheitliche Politik. Wenn das Band deutlich zu sehen wäre, würden wir bitten, es zu entfernen."

Der Haargummi-Affäre waren bereits eine ganze Reihe anderer Boshaftigkeiten vorangegangen. Ihrem Sohn Jack sei eine Standpauke gehalten worden, weil sein Haar zu kurz geschnitten gewesen sei, erzählte Rose Yates. Und Ann habe schon unter Arrest gestanden, weil sie sich gegen Mobbing zur Wehr gesetzt habe.

Als ihrer Tochter während des Arrestes auch noch eine warme Mahlzeit verweigert worden war, zog Yates einen Schlussstrich: "Sie haben ihr ein Sandwich gegeben, aber meine Tochter braucht eine warme Mahlzeit. Sie ist Diabetikerin, und sowas kann sie töten. Ich kann es kaum erwarten, ihrem Arzt davon zu erzählen. Er wird schockiert sein." Die Mutter sah sich gezwungen, ihre Kinder von der Schule zu nehmen.

Große Schande

Die stellvertretende Schulleiterin bestätigt, dass Ann unter Arrest stand, doch sei ihr eine Mahlzeit gewährt worden. Sie fügt hinzu: "Die Kinder sind seit der vergangenen Woche nicht in der Schule gewesen. Und wir haben gehört, dass sie nicht wiederkommen werden, was eine große Schande wäre."

Rose Yates will es nicht länger verantworten, ihre Kinder zur Gloucester Academy zu schicken: "So wie sie dort behandelt worden sind, kann ich es nicht riskieren, sie an diese Schule gehen zu lassen." Eine andere Schule hat sich schon bereiterklärt, die beiden Kinder aufzunehmen. Die Brockworth-Enterprise-Schule in Gloucester hat Ann und Jack Plätze angeboten, die sie in den kommenden Wochen antreten werden.


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