Explosion Zwei Tote nach Tankerexplosion in New York geborgen


Bei einem Großbrand in einem New Yorker Öllager sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Eine dunkle Rauchwolke ragte über Stunden hinweg Dutzende von Metern hoch in den Himmel über der Metropole. Zunächst war ein Anschlag vermutet worden.

Die Explosion eines Öltankers in einem New Yorker Verladeterminal hat nach neuesten Angaben zwei Menschen das Leben gekostet. Beide Männer hätten für den Eigner des Schiffs gearbeitet, hieß es in einer Erklärung des Ölkonzerns ExxonMobil, der das Terminal im New Yorker Stadtteil Staten Island betreibt. Ihre Leichen seien im Wasser gefunden und geborgen worden.

Bürgermeister Bloomberg: "Tragischer Industrieunfall"

Von den 30 Mitarbeitern, die zum Zeitpunkt der Explosion auf dem Terminal arbeiteten, sei einer mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Es werde niemand mehr vermisst. New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg sprach von einem "tragischen Industrieunfall". Es gebe keinerlei Hinweise auf einen Terroranschlag.

Eine dunkle Rauchwolke ragte über Stunden hinweg Dutzende von Metern hoch in den Himmel über der Metropole. "Alle von uns haben zuerst gedacht, das muss ein Anschlag sein", sagte der Bezirksabgeordnete von Staten Island, Mike McMahon. "Hier ging erst mal die Panik um."

Die Feuerwehr hatte den gewaltigen Brand nach eigenen Angaben innerhalb einer Stunde unter Kontrolle. Das Tankschiff brannte aus und sank. Nach Angaben Bloombergs war zunächst nicht bekannt, wie viel Benzin sich noch an Bord des Schiffs befand. Zu der gewaltigen Explosion war es laut ExxonMobil gekommen, als das mit 100.000 Barrel Benzin beladene Tankschiff entladen werden sollte. Die Raffinerie des Konzerns liegt nahe der Südspitze New Yorks in einem Industriegebiet. Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 herrscht in New York erhöhte Anschlagswarnung. Öleinrichtungen gelten als mögliches Ziel terroristischer Anschläge.

30 Öltanks durch Flammen gefährdet

Fast 30 Öltanks seien durch die Flammen gefährdet gewesen, berichteten Reporter örtlicher Fernsehsender. Der Brand konnte nach Angaben der Feuerwehr lokal eingedämmt werden.

Mehrere Löschzüge wurden in Marsch gesetzt, hieß es bei der Feuerwehr. Auf Weisung der Sicherheitsbehörden wurde das Katastrophengebiet vor dem New Yorker Stadtbezirk Staten Island für den Verkehr gesperrt.

Anwohner: Boden wackelte

Anwohner berichteten von einer Explosion. Sie hätten gespürt, wie der Boden unter ihren Füßen gewackelt habe. Die Feuerwehr hatte die Ladung des Frachters zunächst fälschlich mit Progangas angegeben.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sieht vorerst keine akute Gefahr für die Bevölkerung. "Mit Horrorszenarien anzutreten, ist fehl am Platz", sagte der Greenpeace-Energie-Experte Stefan Schurig am Freitag der Nachrichtenagentur AFP in Hamburg. Es sei offenbar genug Platz, dass der Rauch über die Häuserschluchten hinwegziehen könne. Durch Brände dieser Art gerate regelmäßig hochgradig giftiges Kohlenmonoxid und Schwefeldioxid in die Atmosphäre, die nicht eingeatmet werden sollten, sagte Schurig. Vorerst sehe es aber so aus, als könne eine größere Katastrophe für Umwelt und Menschen vermieden werden.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker