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Ayleen A. Tote 14-Jährige im Teufelssee: Tatverdächtiger war wegen Sexualdelikt in Psychiatrie

Die 14-jährige Ayleen aus Gottenheim war zunächst vermisst und später tot in einem See in Hessen aufgefunden worden
 Die 14-jährige Ayleen aus Gottenheim war zunächst vermisst und später tot in einem See in Hessen aufgefunden worden
© Polizeipräsidium Freiburg
Im Fall der toten Ayleen A. hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Er war der Polizei wegen eines früheren Sexualdelikts bereits bekannt – und stand im Netz mit Ayleen in Kontakt.

Drei Tage nach dem Fund der 14-jährigen Ayleen A. bleibt noch vieles unklar. "Die ermittelnde Staatsanwaltschaft und die Polizei werden alles daran setzen, um die Hintergründe schnell aufzuklären", begann Freiburgs Polizeipräsident, Franz Semling, die Pressekonferenz zu dem Fall.

Dass der Leichnam mehrere Tage im Wasser lag, erschwere die Arbeit der Rechtsmediziner, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Freiburg, Dieter Inhofer. Eine erste Obduktion habe keine genauen Erkenntnisse zur Todesursache erbracht. Die Obduktion hatte lediglich ergeben, dass es sich bei der im hessischen Wettertaukreis gefundenen Leiche um die vermisste 14-jährige Ayleen A. aus Gottenheim, Baden-Württemberg, handelt.

Unklar, wie Ayleen A. nach Hessen kam

Die Ermittler müssen noch herausfinden, wie Ayleen genau nach Hessen kam. Nach Informationen des leitenden Kriminaldirektors, Arno Englen, sei die 14-Jährige in einem Auto von einer männlichen Person nach Hessen gebracht worden. Ob sie freiwillig dort eingestiegen sei oder verschleppt wurde, sei unklar. Auch zur genauen Fahrtstrecke liefen noch Ermittlungen, sagte Englen.

Nach dem Fund der Leiche durchsuchten die Ermittler die Wohnung des Tatverdächtigen. Dort seien Gegenstände aus dem Besitz von Ayleen gefunden worden sein. Um welche Gegenstände es sich handelt, wollten die Beamten zum Schutz der laufenden Ermittlungen nicht mitteilen.

Tatverdächtiger war bereits wegen Sexualdelikt in Psychiatrie

Bei dem Tatverdächtigen soll es sich um einen 29-Jährigen mit deutscher Staatsangehörigkeit handeln, der bereits 2007 wegen eines Sexualdelikts in ein psychiatrisches Krankenhaus untergebracht worden war. Nach zehn Jahren sei er entlassen worden. Der Beschuldigte befindet sich nach Informationen der Ermittler wegen Mordverdacht derzeit in Untersuchungshaft. Gegen den 29-Jährigen bestehe der dringende Verdacht des Mordes aus Verdeckungsabsicht. Dem Mann wird zudem die Entziehung einer Minderjährigen sowie sexuelle Nötigung vorgeworfen. Opfer und Täter sollen sich zuvor bereits über das Internet gekannt haben.

Bei den weiteren Ermittlungen soll nun die genaue Todesursache von Ayleen geklärt werden, etwa ob Drogen im Spiel gewesen seien oder ob die Jugendliche ertrunken ist.

Jugendliche auf dem Weg zu einem Freund verschwunden

Die 14-jährige Ayleen A. aus der Weinbaugemeinde im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald war am Abend des 21. Juli verschwunden. Wie die Polizei zunächst berichtete, habe das Mädchen gegen 18 Uhr das Elternhaus verlassen, um einem Freund im selben Ort einen Hoodie zu bringen. Auf dem Weg dorthin verlor sich ihre Spur. Eine anschließende Suchaktion mit Hunderten Polizeibeamten, Freiwilligen, Hunden und Hubschraubern blieb erfolglos. Die Polizei fahndete mit Hochdruck nach der Jugendlichen.

Nach dem Tod des Mädchens legten Trauernde Blumen und Kerzen vor dem Rathaus in Gottheim nieder.

cl

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