Fall Maddie Verdächtiger erstreitet hohen Schadenersatz


Entschädigung im Fall Madeleine: Ein Brite, der im Zusammenhang mit dem Verschwinden des kleinen Mädchens lange als Verdächtiger genannt wurde, hat vor Gericht fast 800.000 Euro erstritten. Wie es mit den Ermittlungen zu Maddie weitergeht, ist dagegen unklar.

Ein Verdächtiger im Fall Madeleine erhält von elf britischen Zeitungen eine Entschädigung in Höhe von 600.000 Pfund (755.000 Euro). Die Blätter erklärten sich zudem bereit, eine Entschuldigung zu veröffentlichen, wie der Anwalt des Briten Robert M., Louis Charalambous, in London mitteilte. M. hatte unter anderem die Zeitungen "Sun", "Daily Mirror" und "Daily Mail" wegen Verleumdung verklagt, da diese den Eindruck erweckt hätten, er habe etwas mit dem Verschwinden der damals drei Jahre alten Madeleine in Portugal zu tun.

Die Zeitungen hätten sein Leben und das seiner Familie zerstört, sagte M. vor dem Obersten Gericht in London. Der 34-Jährige lebt in unmittelbarer Nähe der Ferienanlage an der Algarve, aus der Madeleine im Mai 2007 verschwunden war. Die portugiesische Polizei hatte ihn - ebenso wie Madeleines Eltern Kate und Gerry McCann - als Verdächtigen benannt.

Madeleines Eltern initiierten eine internationale Kampagne, um ihre Tochter wiederzufinden; es fehlt jedoch weiter jede Spur von dem Kind. Am kommenden Montag könnte der Fall nun endgültig zu den Akten gelegt werden. Portugals Generalstaatsanwalt Fernando Pinto Monteiro kündigte jedenfalls in Lissabon an, am 21. Juli werde es "eine Lösung" geben. Details nannte er nicht.

Es sei davon auszugehen, dass die Ermittlungen definitiv eingestellt würden, hieß es am Donnerstag in der portugiesischen Presse. Dass die Anklagebehörde neue Untersuchungen oder gar ein Strafverfahren einleite, sei dagegen sehr unwahrscheinlich. Somit sei auch damit zu rechnen, dass die Eltern des britischen Mädchens nicht länger als Verdächtige betrachtet werden.

DPA/AP AP DPA

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