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Folter mit Musik in Guantánamo Kanadische Band schickt US-Regierung Rechnung


Ihre Songs sollen als Folter in Guantánamo eingesetzt worden sein. Das empört die kanadische Band Skinny Puppy. Die Musiker verlangen jetzt Lizenzgebühren vom US-Verteidigungsministerium.

Die kanadische Band Skinny Puppy verlangt vom US-Verteidigungsministerium 666.000 Dollar (etwa 484.000 Euro) an Lizenzgebüren für den Einsatz ihrer Musik zu Folterzwecken im Gefangenenlager Guantánamo. "Wir haben ihnen eine Rechnung geschickt", sagte Mitgründer und Keyboarder Cevin Key dem Fernsehsender CTV. Die Songs seien vom US-Militär "ohne unser Wissen" als "Waffe" gegen Häftlinge in Guantánamo eingesetzt worden. Auch andere Bands wie Metallica, REM oder Rage Against The Machine haben bereits dagegen protestiert, dass ihre Lieder in Guantánamo gespielt wurden.

Ex-Wachmann soll Gruppe informiert haben

Skinny Puppy erfuhren nach eigenen Angaben von einem früheren Wachmann aus dem Gefangenenlager, der ein Fan der Band ist, vom Einsatz ihrer Songs. Key sagte, er selbst wolle "keiner übermäßig lauten Musik" stundenlang ausgesetzt sein. Die Musik seiner Band könne für manche Zuhörer sogar ein "schrecklicher Albtraum" sein, räumte er ein. Skinny Puppy gehört zu den ersten Bands, die Electro-Industrial-Music bekannt machten. Sie wurde 1982 gegründet und Mitte der 1990er Jahre aufgelöst. Seit 2003 tritt die Band wieder gemeinsam auf.

Was genau hinter den Stacheldrahtzäunen von Guantánamo passiert, ist nicht vollkommen klar. Journalisten sind in dem Gefängniskomplex nicht zugelassen. Im letzten Jahr sorgte ein Animationsvideo der britischen Tageszeitung "The Guardian" für Aufsehen. Anhand von Augenzeugenberichten wurde der Alltag der Gefangenen rekonstruiert, die ohne Haftbefehl oder Prozess interniert wurden.

ono/AFP AFP

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