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121.000 Tabaktote: Acht Fakten zum Killer Nikotin

Im Jahr 2013 waren 13,5 Prozent aller Todesfälle auf den Konsum von Tabak zurückzuführen, zeigt der Tabakatlas des Deutschen Krebsforschungszentrums. Eine Annäherung in acht Grafiken.

Der Tabakatlas des Deutschen Krebsforschungszentrums will sensibilisieren und aufklären. Und das ist auch nötig, wenn man sich die Opferzahlen ansieht. 894.000 Menschen starben in Deutschland im Jahr 2013, 121.000 sind davon an den Folgen des Rauchens umgekommen.

Der Raucheranteil an der Gesamtbevölkerung sinkt.

Das zeigt die folgende Grafik der Bevölkerung ab 15 Jahren. Männer rauchen nach wie vor häufiger, hier ist ein stärkerer Rückgang zu verzeichnen als bei Frauen:

Der Anteil der starken Raucher mit mehr als 20 Zigaretten pro Tag hat bei beiden Geschlechtern abgenommen.

Das Einstiegsalter wird niedriger.

Positiv: Immer weniger Jugendliche greifen zur Zigarette. Ende der 1990er rauchten 30 Prozent der 12- bis 17-Jährigen, heute sind es nur zehn Prozent. Dafür beginnen sie damit früher.

Ein Unterschied zwischen den Geschlechtern lässt sich kaum noch messen.

In den neuen Bundesländern rauchen deutlich mehr junge Leute.

Das ist in den Daten deutlich zu sehen. In allen (!) östlichen Bundesländern sind es mindestens 30 Prozent der Jungen und jungen Männer, die rauchen. Den höchsten Wert erreicht Sachsen-Anhalt mit 36,4 Prozent:

Auch bei Mädchen und jungen Frauen liegt Sachsen-Anhalt (30,3 Prozent) vorne, dahinter liegen Thüringen (27,6) und Mecklenburg-Vorpommern (27,3).

Im Norden wird mehr geraucht als im Süden.

Unter den Männern sind es in Bremen, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt über 34 Prozent, am wenigsten - unter 28 Prozent - rauchen in Hessen, Baden-Württemberg, Bayern und im Saarland.

Bei den Frauen zeigen die Daten ein ähnliches Bild. Bremen, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern liegen auch hier voran. Deutlich am wenigsten Frauen rauchen in Sachsen:

In Bremen und Berlin sterben die Leute am häufigsten am Rauchen.

Was die vorigen Charts schon angedeutet haben, wird hier nun belegt; die regionalen Unterschiede zeigen sich auch in der Sterbestatistik. Bei beiden Geschlechtern sterben am meisten Raucher in Bremen und in Berlin.

Mit 22,4 Prozent mehr als jeder fünfte Bremer Mann am Tabak:

Deutlich weniger Frauen sterben daran als Männer. Das liegt daran, dass Frauen schon immer seltener und in geringerem Ausmaß geraucht haben als Männer. Das gleicht sich aber immer weiter an.

Im Vergleich zu früheren Berechnungen sind die 121.000 Toten deutlich höher als früher. 2009 ging man etwa von 107.000 tabakbedingten Todesfällen aus. Die Erhöhung liegt daran, dass erstmals auch Todesfälle aufgrund von Darm- und Leberkrebs, Typ-2-Diabetes und Tuberkulose berücksichtigt wurden.

Mehr Zahlen gibt es im gesamten Tabakatlas 2015 des Deutschen Krebsforschungszentrums.