HOME

Düsseldorf: Rechtsextreme verteilen Flyer mit "Verhaltenstipps" auf dem Parkplatz am Rheinbad

Die Kleinstpartei "Der III. Weg" nutzte am Wochenende die Tumulte im Düsseldorfer Rheinbad im Juli, um ihr Propagandamaterial an den Autos der Badegäste loszuwerden. Die Flyer warnen explizit vor Asylbewerbern.

Das Rheinbad in Düsseldorf

Rechtsextreme nutzten am Wochenende die Vorfälle im Rheinbad für ihre Propaganda und verteilten Flugblätter unter Scheibenwischer parkender Autos

DPA

Auch wenn die Partei "Der III. Weg" aus nur rund 500 Mitgliedern besteht, macht sie immer wieder mit ausländerfeindlichen Aktionen auf sich aufmerksam. Obwohl das Bundesamt für Verfassungsschutz in der Partei deutlichen Einfluss von Neonazis feststellte, konnte sie 2019 zur Europawahl antreten. Sie landete jedoch auf dem vorletzten Platz der 41 teilnehmenden Parteien und erhielt damit keinen Sitz im EU-Parlament.

Am vergangenen Wochenende nutzte die Partei die Vorfälle im Düsseldorfer Rheinbad, um dort vor Ort ihr reaktionäres Gedankengut zu verbreiten. Wie "RP Online" berichtet, verbreiteten Aktivisten der Partei Flugblätter unter den Scheibenwischern parkender Autos, die sogenannte Verhaltenstipps enthielten, wie man sich gegen "sexuelle Nötigungen, Vergewaltigungen und Diebstähle durch Asylbewerber" in Schwimmbädern schützen könne.

Rechte Propaganda als "Hinweise zum Selbstschutz" getarnt

Gegen die Berichterstattung von "RP Online", die "Der III. Weg" als einen "reißerischen Artikel" bezeichnet, veröffentlichte die Partei eine Stellungnahme. Im Gegensatz zu den "sich in abstruser Toleranzromantik befindlichen systemtreuen Herrschaften", mit denen wahrscheinlich die Befürworter einer Demokratie gemeint sind, leisteten sie "Aufklärungsarbeit" und gäben "Hinweise zum Selbstschutz". Bei diesen Hinweisen handelt es sich, wie bei sämtlichen Materialien, die die Partei verbreitet, um Pamphlete mit ausländerfeindlichen Äußerungen.

Ein Sprecher des Rheinbades erklärte "RP Online" am Sonntag, es "werde sich nun der Staatsschutz damit befassen und prüfen, ob es sich dabei um politisch motivierte Kriminalität handelt". Die sogenannten Badewarnungen wurden "vom 'III. Weg'-Stützpunkt Rheinland" auch in Hilden und Wesel verteilt.

Quellen: "RP Online", Der III. Weg

bal