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Günter und Gabriele Verheugen: Ehe-Aus nach 20 Jahren

Im Herbst 2006 haben brisante Fotos die Runde gemacht, auf denen EU-Kommissar Günter Verheugen Händchen haltend mit seiner Kabinettschefin Petra Erler zu sehen ist. Seine Frau soll schon länger von der Affäre gewusst haben, hielt aber trotz Kritik weiter zu ihrem Mann. Bis jetzt.

Nach monatelangen Spekulationen über eine außereheliche Beziehung des deutschen EU-Kommissars Günter Verheugen ist dieser von seiner Frau verlassen worden. "Ich habe mich von meinem Mann getrennt", sagte Gabriele Verheugen der Zeitschrift "Bunte". Das Paar sei seit 20 Jahren verheiratet, hieß es.

Der 63-jährige Verheugen steht seit Herbst 2006 wegen Fotos aus einem gemeinsamen Urlaub mit seiner Kabinettschefin Petra Erler (49) in der Kritik. Nach Informationen von "Bunte" hat die Ehefrau des Kommissars einen Anwalt eingeschaltet. Verheugen ließ durch seinen Sprecher in Brüssel erklären: "Der Zustand meiner Ehe ist eine reine Privatangelegenheit. Ich werde mich dazu unter keinen Umständen äußern."

Händchen haltend im Urlaub

Verheugen war Ende 2006 in die Kritik geraten, als Fotos veröffentlicht wurden, die ihn und seine Mitarbeiterin Erler Händchen haltend im Urlaub in Litauen zeigten. Verheugen wurde damals vorgeworfen, bei der Beförderung Erlers zur Kabinettschefin, einem hoch dotierten Posten, sei Privates mit Dienstlichem verquickt worden. Verheugen wies die Kritik zurück.

In der "Bild"-Zeitung erklärte er Ende Oktober 2006, es habe "zum Zeitpunkt der Berufung und heute keine über Freundschaft hinausgehende Beziehung" zwischen ihm und Frau Erler gegeben. Erlers Beförderung zur Kabinettschefin war im Frühjahr 2006 erfolgt, also vor Entstehen der gemeinsamen Urlaubsfotos.

Gräßle spricht von einer brisanten Geschichte

Am Mittwoch verwies Verheugen auf seine damalige Stellungnahme: Zur Berufung Erlers sei "bereits vor einem Jahr alles Notwendige gesagt worden. Die damaligen Erklärungen gelten fort". Die CDU-Europaabgeordnete Ingeborg Gräßle sprach indes erneut von einem Interessenkonflikt.

Gräßle wird in der "Bunten" mit den Worten zitiert: "Wenn eine Kabinettschefin ihrem Kommissar so nahe steht, wie Frau Erler das tut, kann sie ihre Kontrollfunktion, die ihr bewusst zugedacht ist, doch gar nicht mehr wahrnehmen." EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso habe "die Brisanz der Verheugen-Geschichte noch nicht erkannt".

AP / AP