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Heiler statt Chemo: Gericht spricht Eltern nach Krebstod ihres Kindes frei

Ein zwölfjähriges Mädchen stirbt an Krebs. Seine Eltern hatten die Chemobehandlung abgebrochen und sich einem Heiler anvertraut. Ein Gericht musste entscheiden, ob das fahrlässige Tötung war.

Die Eltern eines an Krebs gestorbenen Mädchens sind vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen worden. Das inzwischen geschiedene Paar hatte vor viereinhalb Jahren die medizinische Behandlung der zwölfjährigen Tochter nach zwei Chemobehandlungen abgebrochen und sich einem sogenannten Krebsheiler anvertraut.

"Es ist völlig unstrittig, dass sie subjektiv das Beste für ihr Kind wollten", sagte der Richter am Amtsgericht Kempten am Mittwoch in seiner Urteilsbegründung. Zwar hätten die Eltern gewusst, dass die Chemotherapie eine Heilungschance bot. Ob das Kind aber überlebt hätte, wenn die Eltern eine andere Entscheidung getroffen hätten, könne man nicht sicher sagen.

Heilungschancen laut Gutachter bei 80 Prozent

Bei der Zwölfjährigen aus dem Oberallgäu war im Juli 2009 ein fußballgroßer Krebstumor im Bauch entdeckt worden. Nach Angaben eines Gutachters lagen ihre Heilungschancen bei entsprechender Chemotherapie bei etwa 80 Prozent. Doch entgegen ärztlichem Rat lehnten es die Eltern ab, ihr Kind weiter konventionell behandeln zu lassen. Stattdessen vertrauten sie auf die Methoden eines Heilers aus Norwegen. An Heiligabend 2009 starb das Mädchen.

Mit dem Urteil entsprach das Gericht den Anträgen der Verteidigung. Der Staatsanwalt hatte beantragt, die Eltern wegen fahrlässiger Tötung schuldig zu sprechen, von einer Strafe jedoch abzusehen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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