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Hitzeschäden: Deutschlands Autobahnen platzen auf

Fahrbahnen mit Löchern und Rissen - und das zum Start der Sommerferien: Wie schlecht einige Autobahnstrecken hierzulande sind, offenbart die Hitze. Nach einem tödlichen Unfall schlägt der ADAC Alarm.

In den ersten Bundesländern beginnen die Sommerferien, und viele Menschen werden über die Autobahnen in den Urlaub fahren. Ausgerechnet jetzt offenbaren unsere Fernstraßen eklatante Mängel. Reihenweise dehnten sich die Straßenplatten in den vergangenen Tagen aus, stießen gegeneinander und stellten sich auf. Nach dem tödlichen Unfall eines Motorradfahrers, der auf einer aufgeplatzten Fahrbahn verunglückte, kritisiert der ADAC den Zustand etlicher Autobahnabschnitte in Deutschland.

Die Sanierung vieler Fahrbahnen sei ungenügend, so der Autofahrerclub. Der Erhalt "langt einfach bei weitem nicht", sagte Fachreferent Jürgen Berlitz in München. Am schlimmsten sei es um kleinere Fahrbahnen in den Kommunen bestellt, aber auch auf den Autobahnen gebe es Schlaglöcher und viel Sanierungsbedarf. Die Schäden durch die Hitzewelle in den vergangenen Tagen verschlimmerten das Problem zusätzlich.

Schlechte Fernstraßen in Bayern

Schlecht sei vor allem der Zustand der A3, A7, A92, A93 und der A94 in Bayern. Aber auch aus anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg würden Schäden gemeldet, die durch die Hitze hervorgerufen werden. Im Fachjargon heißen diese Fahrbahnaufwölbungen auch "Blow-Ups".

"Wir haben jetzt zehn Stellen, wo die Autobahn aufgeplatzt ist", sagt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Niederbayern. Auf einigen Strecken wurde ein Tempolimit von 80 verhängt.

"Aufgrund der Schäden haben sich bereits einige schwere Unfälle ereignet", mahnt der ADAC. Die betroffenen Strecken müssten jetzt deutlich häufiger als sonst kontrolliert werden, forderte der Club. Wo nötig, sollten Warnhinweise aufgestellt und befristete Tempolimits ausgesprochen werden. Im Extremfall solle man beschädigte Strecken sperren.

Die durch "Blow-Ups" verursachten Schäden treten zum Glück längst nicht bei allen Straßen auf, sondern nur bei denen aus Beton. Allerdings sind immerhin noch rund ein Drittel der deutschen Autobahnen mit diesem alten Fahrbahnbelag ausgestattet, die restlichen 70 Prozent sind aus Asphalt. Dort bestehe das Risiko der hitzebedingten Aufwölbungen nicht. Die Betonpisten dagegen können sich in der extremen Wärme ausdehnen, gegeneinanderstoßen und aufstellen. "Da genügen schon wenige Zentimeter, dass mir das zum Verhängnis wird", sagte ADAC-Experte Berlitz.

Provisorische Reparaturen laut ADAC relativ einfach

Genau das passierte am Mittwoch einem Motorradfahrer in Bayern. Der 59-Jährige prallte auf ein solches Hindernis, das wie eine Sprungschanze wirkte. Der Mann schleuderte gegen eine Leitplanke und starb.

Allerdings: Die Aufwölbungen der Betonpisten seien kein unlösbares Problem - und deshalb auch keine unüberwindbares Hindernis für die anstehende Reisewelle, heißt es vom ADAC. Denn die durch "Blow-Ups" entstanden Schäden könnten zumindest provisorisch relativ schnell repariert werden. Dagegen sagt der Sprecher des niederbayerischen Polizeipräsidiums, eine rasche Reparatur sei schwierig. Denn auch der Teer trockne bei der Hitze nur langsam.

Wer über eine aufgeplatzte Autobahn fährt, dem rät der ADAC vor allem zwei Dinge: Tempo drosseln und den Abstand zum Vordermann vergrößern.

Straßenbeläge sollten so dimensioniert sein, dass sie Hitzeperioden standhielten, kritisiert Berlitz. Bei zunehmend heißerem Klima werde das immer wichtiger. Der ADAC bemängelt seit Jahren die mangelnde Sanierung der Straßen. Das Bundesverkehrsministerium gab auf Anfrage zunächst keine Stellungnahme ab.

anb/DPA / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?