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Gewitterchaos nach der Hitze: Wetterdienst warnt vor neuen Unwettern

Auf die Hitze folgten heftige Gewitter: Vor allem der Norden Deutschlands war betroffen. Dort brannten in der Nacht sogar Häuser. Und eine neue schwere Gewitterfront ist im Anmarsch.

Das war es erst mal wieder mit dem heißen Wetter. Die beiden Tiefdruckgebiete "Manni" und "Norbert" bringen nach den nächtlichen Unwettern in Teilen Deutschlands kühlere Temperaturen. Das gilt spätestens von Freitag an - dem kalendarischen Sommerbeginn, teilte der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mit.

Im Westen werden dann noch 18 bis 24 Grad erwartet. Im Osten können die Temperaturen dagegen noch einmal an der 30-Grad-Grenze kratzen. Dort gibt es zunächst auch noch Schauer und teils kräftige Gewitter, damit muss ab Mittag auch im Westen des Landes gerechnet werden.

Hitzeschäden auf der Autobahn werden zur Todesfalle

Ein Opfer der schlimmen Folgen der Hitze wurde am Mittwoch ein 59 Jahre alte Motorradfahrer. Auf der Autobahn A93 bei Abensberg wurde eine aufgesprengte Fahrbahn zum tödlichen Verhängnis. Der Mann fuhr über eine halbmeterhohe Aufwölbung, prallte gegen die Leitplanke und starb noch am Unfallort an seinen schweren Brustverletzungen. Zuvor waren vier Autos über das Hindernis gefahren, das wie eine Sprungschatze wirkte. Vier Menschen wurden leicht verletzt, die Wagen beschädigt.

Was Gewitter alles anrichten können, davon bekamen vor allem die Norddeutschen in der Nacht zu Donnerstag einen Eindruck. Dort herrschte teils Chaos mit vollgelaufenen Kellern, überschwemmten Straßen und umgestürzten Bäume. In Brunsbüttel in Schleswig-Holstein hielt das Dach eines Supermarktes den Wassermassen nicht stand und brach ein. Die Mitarbeiter konnten sich in Sicherheit bringen.

In Hamburg fuhr die Feuerwehr mehr als 140 Einsätze wegen überfluteter Straßen und Keller, wie ein Sprecher sagte. Von den Unwettern in der Nacht zum Donnerstag waren auch Bremen, Teile von Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern betroffen.

Brennende Häuser und sinkende Boote

Die Polizei in Kiel berichtete von drei brennenden Reetdachhäusern und vermutete Blitzeinschlag als Ursache. Menschen seien nicht verletzt worden. Auch in Mecklenburg-Vorpommern gab es zahlreiche Einsätze wegen Wasserschäden oder umgestürzter Bäume, wie die Polizei Rostock mitteilte. Zwei Boote sanken in der Nähe von Rostock, Menschen wurden nicht verletzt.

In Bremen schlugen nach Polizeiangaben zwei Blitze ein, dabei fing der Dachstuhl eines Einfamilienhauses Feuer. Verletzt wurde nach Angaben der Feuerwehr niemand, es entstand ein Schaden von 250.000 Euro. Die Regenfälle setzten zahlreiche Keller unter Wasser. In der Hansestadt zählte die Feuerwehr 80 Einsätze innerhalb von drei Stunden. Im niedersächsischen Langen setzte ein Blitz ein Wohnhaus in Brand. Da die Hausbewohner im Urlaub waren, wurde niemand verletzt. Den Schaden schätzte die Polizei auf 100.000 Euro.

Über den Norden von Sachsen-Anhalt zogen in der Nacht ebenfalls heftige Gewitter hinweg. Ein Blitzeinschlag setzte in Arendsee eine Scheune in Brand, wie ein Polizeisprecher in Magdeburg sagte. Das Gebäude brannte nieder. Verletzt wurde niemand. Zudem stürzten zahlreiche Bäume um.

Bahnverkehr ebenfalls beeinträchtigt

In Gütersloh in Nordrhein-Westfalen richtete ein Unwetter ebenfalls größere Schäden an. Wie die Polizei mitteilte, wurden Straßen überflutet und Bäume stürzten um. Die Feuerwehr musste etwa 120 Keller und Tiefgaragen leer pumpen. Fast alle Bahnunterführungen waren mit Wasser vollgelaufen.

Im Bahnverkehr kam es infolge der Unwetter zu mehreren kleineren Schäden, sagte eine Sprecherin. Sie seien aber fast alle behoben worden.

Neue Gewitterfront rollt heran

Auch heute und in der Nacht zum Freitag muss in Deutschland wieder mit unwetterartigen Gewittern samt Sturm, Hagel und teils extremem Starkregen gerechnet werden. Örtlich seien auch Tornados denkbar, so der DWD. Warnungen vor entsprechenden Unwettern gibt es für Nordrhein-Westfalen, Saarland und Rheinland-Pfalz. Im Tagesverlauf und bis in die Nacht soll dann eine neue schwere Gewitterfront von Frankreich kommend in nordöstlicher Richtung quer über die Mitte Deutschlands bis in den Osten ziehen.

anb/DPA/AFP / DPA