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Ignorante Passagierin: Entnervter Flugbegleiter flüchtet über Notrutsche

Er wollte einfach nur raus und weg: Ein Steward hat nach der Landung in New York das Flugzeug über eine Notrutsche verlassen. Eine Passagierin hatte seine Bitte, angeschnallt zu bleiben, ignoriert. Daraufhin drehte der Steward durch.

Bitte bleiben Sie angeschnallt, bis das Flugzeug seine Parkposition erreicht hat." So oder so ähnlich klingen die Durchsagen an Bord jeder Maschine, die gerade ihren Zielort erreicht hat. Und oftmals hört man Sekunden nach der Durchsage das Klacken der Anschnallgurte, die trotz der Bitte geöffnet werden.

Ein Steward der Airline Jet Blue wollte die Ignoranz der Passagiere nicht mehr länger widerstandslos hinnehmen. Der Flug 1052 von Pittsburgh nach New York war gerade auf dem JFK-Flughafen gelandet. Nach der Durchsage des 39-Jährigen stand eine Passagierin auf und suchte in der oberen Ablage nach ihrem Gepäck, wie die Flughafenaufsicht mitteilte. Der in den US-Medien als Steven Slater identifizierte Steward wollte die Frau zurechtweisen, bekam dabei ihren Koffer auf den Kopf. Er verlangte eine Entschuldigung von der Dame, die ihn jedoch wüst beschimpfte. Slater verlor die Nerven.

Mit Bier auf die Flucht

Er rannte ans Ende der Maschine, schnappte sich das Bordtelefon und beschimpfte über die Lautsprecheranlage wild alle Reisenden insbesondere die uneinsichtige Passagierin. Anschließend aktivierte er die Notrutsche, sprang drauf, rannte zum Parkplatz für die Beschäftigten und brauste mit dem Auto davon, berichtete die New York Times.

Laut dem Fernsehsender ABC hatte Slater an Bord noch Zeit, sich ein paar Dosen Bier zu schnappen, die er mit auf seine Flucht nahm. Noch bevor er das Kaltgetränk auf dem heimischen Sofa genießen konnte, nahm ihn die Polizei zu Hause fest. Laut Zeugenaussagen hatte er ein Lächeln auf dem Gesicht. Das dürfte ihm allerdings schnell vergehen, da ihm bis zu sieben Jahre Gefängnis drohen, weil die Notrutsche nicht nur Tausende Dollar kostet, sondern auch jemanden vom Bodenpersonal hätte verletzen können. Außerdem hatte der Steward seine Pflichten vernachlässigt.

In Blogs und Foren schlägt dem 39-Jährigen hingegen eine Welle der Sympathie entgegen. Auf seiner Facebook-Seite meldeten sich reihenweise Leute, um ihm zu seinem spektakulären Abgang zu gratulieren.

swd/AFP/DPA / DPA
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