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Im Iran inhaftierte Journalisten: Deutsche Reporter dürfen Besuch empfangen

Seit mehr als zwei Monaten sitzen zwei deutsche Reporter in einem iranischen Gefängnis. Sie wollten den Sohn der zum Tode verurteilten Sakine Aschtiani interviewen und wurden dabei verhaftet. Jetzt sollen sie zum ersten Mal Besuch von Mutter und Schwester bekommen dürfen.

Die iranischen Behörden haben einem Bericht des staatlichen Fernsehens zufolge den inhaftierten deutschen Journalisten ein Treffen mit Familienangehörigen erlaubt. In Berlin sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes: "Ein Treffen hat es noch nicht gegeben." Laut iranischen Medien fand das Treffen dagegen in Täbris statt, nachdem Außenminister Ali Akbar Salehi die Justizbehörden zu einem entsprechenden Schritt aus humanitären Gründen bewogen habe. Zuvor war ein für Weihnachten geplantes Treffen bereits gescheitert. Deshalb hatte das Auswärtige Amt am Montag den iranischen Botschafter in Berlin einbestellt. Staatssekretär Wolf-Ruthart Born habe "sehr deutlichen Unmut" geäußert, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag. Es habe "mehrfach feste Zusagen von iranischer Seite" und demnach auch die feste Erwartung der Bundesregierung gegeben, dass die beiden Männer ihre Angehörigen in der deutschen Botschaft in Teheran treffen könnten, hieß es.

Mutter und Schwester auf dem Weg in den Iran

Nach Angaben der "Bild am Sonntag" ("BamS") waren eine Schwester eines "BamS"-Reporters sowie die Mutter des inhaftierten Fotografen Heiligabend nach Teheran gereist. Westerwelle hatte den Iran in der "BamS" aufgefordert, ein Treffen "noch während der Weihnachtstage" zu ermöglichen.

Die beiden mit einem Touristenvisum eingereisten Journalisten sind seit dem 10. Oktober im Iran inhaftiert. Sie hatten den Sohn der wegen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilten Iranerin Sakine Aschtiani ohne die im Iran erforderliche Pressegenehmigung interviewt.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Ruprecht Polenz (CDU), forderte die EU auf, sich der beiden Deutschen anzunehmen. "Es ist ganz wichtig, dass der Iran signalisiert bekommt, dass sich die gesamte Europäische Union dieses Falles annimmt", sagte er der "Mitteldeutschen Zeitung".

swd/DAPD/DPA / DPA