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Reporter ohne Grenzen: 2010: 57 Journalisten getötet, 51 entführt

57 Journalisten sind 2010 nach einem Bericht der Organistaion Reporter ohne Grenzen (ROG) wegen ihres Berufs getötet worden. 51 Medienmitarbeiter wurden entführt. Die Gefahr einer Verschleppung sei vor allem in Nigeria und Afghanistan sehr hoch.

Wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht hervorgeht, stieg die Zahl der entführten Medienmitarbeiter von 33 im vergangenen Jahr auf 51. Die Zahl der Länder, in denen Medienmitarbeiter ermordet wurden, stieg im Vergleich zu 2009 von 20 auf 25. Im Vorjahr lag die Todesrate (76) wegen eines Massakers an Medienmitarbeitern im November 2009 auf den Philippinen um rund 25 Prozent höher. Damals wurden 32 Journalisten an einem Tag ermordet.

Die gefährlichsten Länder für Journalisten sind Pakistan, wo elf Reporter getötet wurden, Mexiko (7), Irak (7) und die Philippinen (4). In Pakistan nehmen vor allem islamistische Gruppen die Reporter ins Visier, in Mexiko sind es insbesondere Drogenkartelle. Im Irak wurden Reporter vor allem Opfer von Bombenattentaten. Auf den Philippinen stecken hinter der Gewalt gegen Journalisten laut Reporter ohne Grenzen vor allem lokale Politiker und Clanchefs, die kritische Berichte über die Korruption fürchten.

Insgesamt verloren Reporter in 25 Ländern während ihrer Arbeit oder wegen ihres Berufs ihr Leben, 2009 waren es noch 20 Länder. Immer gefährlicher wird die Arbeit von Journalisten dem ROG-Jahresbericht zufolge auch in Afghanistan und Nigeria, wo Journalisten vermehrt verschleppt wurden.

In Europa und der GUS-Region seien deutlich mehr Journalisten bedroht oder körperlich angegriffen worden, teilte Reporter ohne Grenzen mit. Die meisten Journalisten sitzen im Iran (37), China (30) und Eritrea (29) hinter Gittern. Der Iran habe die Überwachung von Pressevertretern ausgedehnt und die Einreisebestimmungen für Korrespondenten verschärft. In dem Land sitzen seit Mitte Oktober auch zwei Mitarbeiter der "Bild am Sonntag" in Haft. Sie hatten den Sohn der zum Tod durch Steinigung verurteilten Iranerin Sakineh Mohammadi Aschtiani interviewen wollen. Nach iranischer Darstellung verstießen die beiden Deutschen gegen das Gesetz weil sie mit einem Touristenvisum eingereist seien.

AFP/Reuters / Reuters