INTERVIEW »Sicherer als eine Bundesstraße bei Nacht«


Trotz immer wieder schwerer Verkehrsunfälle bieten Tunnel nach Angaben eines Experten vergleichsweise gute Bedingungen.

Trotz immer wieder schwerer Verkehrsunfälle bieten Tunnel nach Angaben eines Experten vergleichsweise gute Bedingungen. »Tunnel sind von den Rahmenbedingungen her günstiger als viele normale Straßen«, sagte ADAC-Fachmann Eckart Dyckerhoff in einem dpa-Gespräch. So verfügten Tunnel über mehrere »Positiv-Aspekte« wie meist trockene Fahrbahnen, eine stets gute Sicht sowie kaum Kurven und Steigungen. Auch die jüngsten schweren Unfälle in österreichischen Tunnels widersprächen dem nicht. »Die Unfälle hätten auch überall sonst passieren können.«

»Ein Tunnel ist im Prinzip sicherer als etwa eine Bundesstraße bei Nacht«, sagte Dyckerhoff der Deutschen Presse-Agentur weiter. Allerdings stelle die Monotonie kilometerlanger Tunnel eine Gefahrenquelle dar. »Ein Tunnel ist eintönig, es gibt keine wach haltende Ablenkung.« Dadurch könnten Autofahrer unaufmerksam werden.

Besonders gefährlich seien Tunnel im Fall eines Brandes: »Hitze und Rauch können nicht abziehen«, sagte der ADAC-Experte. »Ein Feuer ist der einzig kritische Punkt.« Wegen der geschlossenen Röhre stelle im Brandfall jeder Tunnel ein Problem dar.

Dyckerhoff appellierte an die Autofahrer, in den langen Röhren besonders aufmerksam zu fahren. Zudem sollte stets die zulässige Höchstgeschwindigkeit eingehalten werden. Wie auch auf normalen Straßen sei es weiter wichtig, einen ausreichenden Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug einzuhalten. »Halber Tacho Abstand ist immer die Grundregel.

Stichwort: Ambergtunnel

Der knapp drei Kilometer lange Ambergtunnel auf der Rheintalautobahn bei Feldkirch im österreichischen Bundesland Vorarlberg soll in zwei Jahren eine zweite Tunnelröhre erhalten. Damit gäbe es für jede Fahrtrichtung eine eigene Röhre - ein Frontalzusammenstoß wie am Mittwoch wäre nicht mehr möglich. Die Röhre ist bereits in Bau. Die Kosten dafür betragen umgerechnet rund 100 »Millionen« Mark (51,1 Millionen Euro).

Der Ambergtunnel wurde vor 16 Jahren als Umfahrung von Feldkirch fertig gestellt. An Spitzentagen fahren bis zu 38 000 Fahrzeuge durch den Tunnel. Allerdings wird 2004 wieder nur eine Röhre zur Verfügung stehen. Denn dann soll die bereits 19 Jahre alte erste Tunnelröhre generalsaniert werden.


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