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Via Facebook: Isländerin lädt versehentlich ein Drittel des Landes zu Nähkränzchen ein – und zieht es durch

Es sollte eigentlich eine Einladung an ein paar wenige sein, doch stattdessen lud Guðrún Kristinsdóttir aus Island über 100.000 Menschen auf Facebook zum Nähkränzchen ein – immerhin ein Drittel der Bevölkerung des Landes. Das Treffen soll trotzdem stattfinden.

Eine Seniorin näht an einer Jacke

Eine Seniorin näht an einer Jacke

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Wer im Internet Einladungen verschickt, der sollte lieber ganz genau hingucken. Das hat jetzt eine Frau aus Island am eigenen Leib erfahren. Die Krankenschwester Guðrún Kristinsdóttir wollte eigentlich eine Einladung auf Facebook an ihren Nähkreis schicken mit den Worten: "Ist es nicht an der Zeit, dass wir uns treffen? Persönlich denke ich, es ist Zeit für einen Nähkreis. (…) Sollten wir uns an ein alphabetisches System halten oder haben wir Freiwillige?"

Doch dann merkte Kristinsdóttir, dass sie diese Nachricht nicht an ihren Nähzirkel, sondern an die Facebookgruppe " Gefins, allt gefins" schickte, zu Deutsch "Umsonst, alles umsonst". Darüber berichteten unter anderem die isländische Tageszeitung "Fréttablaðið" und das Nachrichtenportal "Iceland Review".

Kristinsdóttir will Treffen trotzdem abhalten

Eine Facebook-Userin kommentierte den Post mit: "Ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie nicht beabsichtigt haben, die gesamte Gruppe in Ihren Nähkreis einzuladen." Mehr als 2000 Menschen haben auf den Beitrag reagiert und mehr als 1000 haben ihn kommentiert, so "Iceland Review". Ein weiterer Kommentar lautete: "Guðrún Kristinsdóttir, du bist der Grund, warum ich das Internet liebe. Du hast gerade meinen Tag versüßt."

Für Kristinsdóttir war das aber kein Grund im Boden zu versinken, im Gegenteil: "OK, also ich habe an die falsche Gruppe geschrieben, aber wie wäre es, wenn wir es trotzdem durchziehen? Wie klingt Arnarhóll am kommenden Freitag? Meine Kinder sagen, dass dies das Mütterlichste ist, was ich jemals getan habe." Arnarhóll ist ein beliebter Ort für Versammlungen in der isländischen Hauptstadt Reykjavik.

Viele wollen etwas zum Nähzirkel beisteuern

Die User reagierten auf die Einladung mit Humor, auch Kristinsdóttir: "Ich habe die Kommentare gelesen und meine Familie kann nicht aufhören zu lachen", sagte sie dem "Fréttablaðið". "Es ist gut, Leute zum Lachen zu bringen." Viele Mitglieder der Facebookgruppe hätten sich freiwillig bereiterklärt das Näh-Event mit Essen und Trinken zu beliefern, andere wollten Musik beisteuern. Manche hatten sogar angeboten den Kreis auszurichten.

Der Nähzirkel von Kristinsdóttir besteht schon seit 30 Jahren und bestand anfangs nur aus Krankenschwestern. "Sie finden das Ganze natürlich lustig", erzählt Kristinsdóttir. Jetzt ist der Nähkreis vielleicht zum größten des skandinavischen Landes geworden.

Nach aktuellen Plänen will sich Islands "größter Nähkreis" am 2. November in Arnarhóll in Reykjavik treffen. Kristinsdóttir selbst hat vor zusammen mit den Mitgliedern ihres ursprünglichen Nähkreises daran teilzunehmen.

Quellen: "Fréttablaðið", "Iceland Review", "The Reykjavik Grapevine"

rw
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