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Katastrophe in Duisburg: Neues Gutachten im Loveparade-Prozess

2000 Seiten Gutachten - und das ist nur der erste Teil. Sieben Jahre nach der Loveparade-Katastrophe geht der Prozess gegen zwei Mitarbeiter der Stadt Duisburg weiter. 

Menschen legen Blumen und Kerzen nieder an der Gedenkstätte zur Loveparade 2010 in Duisburg

Eine Gedenkstätte am Karl-Lehr-Tunnel in Duisburg erinnert an die Opfer der Loveparade-Katastrophe von 2010

Knapp zwei Monate vor dem Prozess um die Duisburger Loveparade- liegt ein für die Anklage wichtiges Gutachten vor. Der Sicherheitsexperte Jürgen Gerlach hatte im Auftrag der Staatsanwaltschaft untersucht, welche Fehler die Verantwortlichen bei der Planung und Genehmigung im Vorfeld des Festivals mit 21 Toten und mehr als 650 Verletzten gemacht haben. Der 2000 Seiten starke erste Teil des Gutachtens liege nun vor und sei dem Gericht als weiteres Beweismittel übergeben worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Nach Einschätzung der Behörde stützt Gerlach die Anklage der Staatsanwaltschaft.

Am 8. Dezember beginnt vor dem Landgericht der Prozess gegen sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg und vier Mitarbeiter des Veranstalters. Sie müssen sich unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung verantworten.

21 Tote bei Loveparade in Duisburg

Die Anklage hatte sich zunächst ganz wesentlich auf ein Gutachten des britischen Panikforschers Keith Still gestützt - doch das befanden die Richter wegen gravierender Mängel als nicht verwertbar. Die Staatsanwaltschaft gab daraufhin ein weiteres Gutachten bei Gerlach in Auftrag. Der Professor aus Wuppertal ist Experte für Verkehrssicherheit und die Sicherheit bei Großveranstaltungen.

Für den Prozess hat das Landgericht Duisburg aus Platzgründen einen Saal auf dem Gelände der Messe Düsseldorf im Kongresszentrum gemietet. Bis Ende 2018 sind zunächst 111 Verhandlungstage eingeplant. Bei der Loveparade am 24. Juli 2010 in Duisburg waren in einem Gedränge 21 Menschen erdrückt worden.

sve / DPA